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Frei wie ein Vogel

Nachruf zum Tod von Bergsteiger Julian Zanker.

Julian Zanker kam am 24. Februar in der Eigernordwand ums Leben.
Julian Zanker kam am 24. Februar in der Eigernordwand ums Leben.
zvg

Das Bergsteigen und Fliegen war der Lebenstraum von Julian Zanker. Und diesen hat er jeden Tag intensiv gelebt. Vor zehn Tagen starb der 28-Jährige im oberen Bereich der Eigernordwand durch einen Sturz. Die Ursache wird wohl nie genau geklärt werden können.

Schon als Vierjähriger stand Julian mit seiner Familie auf dem Piz Languard. Seine tiefe Verbundenheit mit der Natur und den Bergen äusserte sich durch viele Wander- und bald auch Klettertouren mit seiner Mutter Carla. Auf den Gipfeln hat er oft den Vögeln nachgeschaut und angefangen, vom Fliegen zu träumen.

Seine Berufsausbildung richtete er nach seinen grossen Idolen Ueli Steck und Stephan Siegrist aus: Er wurde Zimmermann. Zu seinem 16. Geburtstag schenkte ihm seine Mutter einen Fallschirm-Tandemsprung, und damit war sein Weg vorgezeichnet: Drei Jahre später absolvierte Julian seine Fallschirmausbildung, woraufhin er sich schrittweise ans Basejumpen herantastete.

Das Klettern und Bergsteigen hat er in dieser Zeit nie vernachlässigt, und seine Vision war, diese Passionen zu verbinden. Aus diesem Grund führte ihn sein Weg vor sieben Jahren ins Berner Oberland, wo er ein neues Zuhause fand.

Mit dem Engadin blieb er jedoch durch seine tiefen Freundschaften weiterhin verwurzelt. Bei der Ausbildung zum Bergführer fand er mit Carla Jaggi auch sein privates Glück. Als Team konnten die beiden viele schöne Momente in den Bergen und in der Luft teilen. Im letzten Sommer absolvierte Julian mit Carla als Passagierin seine Lizenz zum Tandem-Gleitschirmpiloten.

Ob bei Bergtouren mit seinen Freunden oder beim Klettern mit Gästen, durch Julians ruhige und souveräne Art fühlten sich immer alle sicher. Julian war wie ein Bohrhaken im schwierigen Gelände oder eine top Zackensicherung auf dem Grat, auf ihn war in jeder Situation Verlass. Julian hat immer an die Menschen um sich herum geglaubt, sie ermutigt, über sich hinaus zu wachsen, und sie beflügelt.

Am Samstag, 23. März (ab 18 Uhr), findet am Ufer des Thunersees (Neuhaus) «Jülis Lichterfest» statt; für Angehörige, Freunde und alle, die sich Julian verbunden fühlten. Alle sind frei, dabei zu sein. Denn frei war auch Julian zu Lebzeiten. Frei wie ein Vogel. Frei ist Julian auch jetzt. Für immer.

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