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Freiwillige pflegen Wald und Wiese

Im Sitewald der Bäuert Obersteg-Zuhäligen wird der Wald gepflegt, und im Färmelberg sind Freiwillige in den Weiden am Roden. Während zweier Wochen arbeiten vierzig Wald- und Naturfreunde für die Stiftung Bergwaldprojekt.

Forstingenieur und Projektleiter Benjamin Krauthahn (l.) legt im Färmelberg beim Schwenten Hand an, ebenso Andreas Schmidt, der Zustellbeamte der Deutschen Post.
Forstingenieur und Projektleiter Benjamin Krauthahn (l.) legt im Färmelberg beim Schwenten Hand an, ebenso Andreas Schmidt, der Zustellbeamte der Deutschen Post.
Fritz Leuzinger

Die Stiftung Bergwaldprojekt führt in der ganzen Schweiz Arbeitswochen für Natur- und Waldfreunde durch. Seit zwölf Jahren bietet auch St. Stephan Projektwochen für die Stiftung zur Pflege und Schutz von Wald und Weiden an. Mit ihrem Arbeitseinsatz leisten zurzeit zwanzig Naturfreundinnen und -freunde ohne Lohn einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft im Berggebiet von St. Stephan.

Der deutsche Forstingenieur Benjamin Krauthahn ist erstmals als Projektleiter in St. Stephan. Er ist von Land und Leuten begeistert: «Die Zusammenarbeit mit Ortsförster Christoph Hurni als Koordinator zu den Wald- und Alpkorporationen ist erstklassig. Zudem ist unsere Unterkunft im Ferienhaus Alpina in Matten/St. Stephan ein komfortables Basislager.» Morgens werden die kleinen Gruppen von einheimischen Landwirten und Waldbesitzern abgeholt und an den vorgesehenen Einsatzort begleitet.

Mit Moral und Teamgeist

Mit Bauer Matthias Gobeli bringt der St. Galler Maschinenbauer Dominik Bär als Gruppenführer das Team aus dem Zürcher Oberland in den sturmgeschädigten Sitewald der Bäuert Obersteg-Zuhäligen. Bär leistet beim Bergwaldprojekt seinen Zivildienst. Zur Pflege des Jungwuchses ist Wegebau mit dem Ausbessern des Waldweges angesagt. Eine Zürcherin, die notabene ohne Arbeitshandschuhe am Hacken war, meinte: «Ein Aufruf zu einer Spende an die Stiftung Bergwaldprojekt brachte mich auf die Idee, selbst Hand anzulegen. Ich geniesse die Freiwilligenarbeit im goldigen Herbstwald, und ich sehe am Abend, was wir im kleinen Team vollbracht haben.»

Durch Bergwald-Köchin Susanna à Porta wird das Abendessen als bekömmliche Hauptmahlzeit zubereitet. Trotz der typischen Bergwald-Mittagsuppe mit Brot und Käse macht sich abends der Hunger bemerkbar.

Auch viele Deutsche

Auf der anderen Seite des Albrist, im Färmelberg, werden in den Weiden der Alpkorporation «Rutti gschwentet». Bergvogt Kurt Gobeli musste den Arbeitsauftrag übersetzen: «Dies bedeutet junge Tännchen und Kleingehölz roden, bodeneben abhauen.» Der Bergvogt ist erstaunt, dass im Bergwaldprojekt nebst Baslern, Bernern, Luzernern und Zürcher auch viele Deutsche freiwillig mithelfen.

«Wir lernen uns mit Vornamen kennen – werden Freunde und blicken nach einer Woche mit Stolz auf die gemeinsam geleistete Freiwilligen-arbeit zurück.»

Projektleiter Benjamin Krauthan

Projektleiter Krauthahn stellte die verschiedenartigen Berufsgattungen der Teilnehmenden vor: «Unter den freiwilligen Waldarbeitern sind unter anderen eine Hebamme, Lehrerinnen und Lehrer, ein Grenzwächter, ein Biologielaborant, ein pensionierter Gleisbauer der SBB und Studenten der Forstwirtschaft. Wir lernen uns mit Vornamen kennen – werden Freunde und blicken nach einer Woche mit Stolz auf die gemeinsam geleistete Freiwilligenarbeit im Wald und für den Wald zurück.»

Das Bergwaldprojekt in Matten/St. Stephan geht nächste Woche mit über zwanzig neuen Freiwilligen aus sechs verschiedenen Nationen auf die andere Talseite. Im Gebiet Reulisen, Gandlauenen und auf Alp Dürewald ist zur Weidenräumung auch Schlagräumung geplant.

Seit 30 Jahren

Das Bergwaldprojekt ist 30-jährig und eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Trin GR. Seit 1987 haben nahezu 50 000 Freiwillige im Alpenraum 275 000 Arbeitstage zum Erhalt von Schutzwald und Kulturlandschaft geleistet. Die Arbeit der Stiftung Bergwaldprojekt wird durch Spenden, Legate und Beiträgen von Waldbesitzern ermöglicht.

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