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«Für Langsamkeit in schnelllebiger Zeit»

Interlaken Mehr Teamgeist, komfortables Lernen und Unterrichten, spontane Kontakte und Projekte: Das Haus der Musik ist ein Magnet für Musikbegeisterte und ein Wohlfühlort.

Unterricht am neuen Steinway-Flügel: Pianist und Lehrer Stefan Dorner mit Schülerin Debora Heim.
Unterricht am neuen Steinway-Flügel: Pianist und Lehrer Stefan Dorner mit Schülerin Debora Heim.
Monika Hartig

«Wir haben uns im neuen Haus der Musik sehr gut eingelebt. Alles unter einem Dach bedeutet kürzere Wege, bessere Kommunikation und Organisation, stärkeren Teamgeist. Hier entstehen zudem spontan mehr gemeinsame Projekte», zieht Schulleiter Sandro Häsler (51) eine erste ­Bilanz.

Am 16. August 2016 begann der Schulbetrieb im Neubau an der Interlakner Mittengrabenstrasse, die offizielle Einweihung fand am 17. September statt (wir berichteten). Lernen und Unterrichten sind dort sehr komfortabel: genug Raum, gute Instrumente, ein Saal für eigene Konzerte. Derzeit sind 37 Lehrper­sonen, zwei Sekretärinnen und zwei Abwarte dort tätig. «Wir haben das erste Mal das Gefühl, dass wir wirklich eine Schule sind», sagt Häsler.

Optimale Begegnungsräume

«Der Eingangsbereich mit dem zweigeschossigen Atrium und die Anordnung der Räume sind optimal und führen zu vielen ­befruchtenden Begegnungen», führt Häsler weiter aus. Ideal sei auch der Standort auf dem Schulcampus und die ÖV-Erreichbarkeit. Etwas knapp bemessen sei der Stauraum, da man bei der Planung sehr kostenbewusst vorgegangen sei. Häsler: «Es gibt Ausweichmöglichkeiten auf dem Campus, so etwa die Zivilschutzräume der Gemeinde im UG des Gymnasiums.» Auch in die Schallisolation hätte man noch endlos mehr Geld investieren können: «Doch der Istzustand ist nicht störend», so der Schulleiter.

Bewährt habe sich auch das Probelokal für die Jugendmusik Interlaken. Die Zusammenarbeit ist vertraglich geregelt. Häsler: «Wir mussten uns anfangs erst ein bisschen finden, doch nun ist das Verhältnis ein flexibles Aufeinandereingehen.»

Weichen für Zukunft stellen

Seit der Pensionierung von Co-Schulleiter Roland Linder führt Sandro Häsler die Schule allein. Der nächste Schritt sei nun, so Häsler, die Weichen für zukünftige Herausforderungen zu stellen. So soll die Musikschule Oberland Ost im Juni als fünfte Schule im Kanton Bern ISO-zertifiziert werden. Die Organisationsstruktur und sämtliche Abläufe sollen nach klaren Kriterien professionalisiert und transparent gemacht werden.

Der Aufwand dafür sei beträchtlich. Häsler: «Wenn ich morgen nicht mehr da wäre, würde nicht alles stillstehen. Man wüsste dann, wie es weitergeht.» Auch die finanzielle Lage ist rosig: Dank zusätzlicher Spendeneinnahmen von 250 000 Franken reichte es noch für einen Konzertflügel, eine Fotovoltaikanlage und Rückstellungen für den Unterhalt.

Gut Ding braucht Weile

Die Musikschule wolle als Bildungsinstitut wahrgenommen werden. Häsler: «Wir bieten etwas extrem Wertvolles für Kinder an: Langsamkeit in unserer schnelllebigen Zeit.» Um ein Instrument zu lernen, brauche es viel Geduld, dies diene der Persönlichkeitsentwicklung optimal. Häsler: «Das will ich den Eltern vermitteln.» Mit Kindern zu arbeiten, empfinde er als Privileg. Wichtig sei ihm auch, weiterhin selbst aktiv Musik zu machen, «denn da steckt viel Herzblut drin». Als Leadtrompeter spielt Häsler in mehreren Schweizer Big Bands. Die wichtigste Band sei für ihn die Sinatra Tribute Band, so Häsler.

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