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Ganz im Sinne der Gletscherführer

Der Bergführerverein Haslital feiert sein 125-jähriges Bestehen. Und er blickte zurück – mit einem gut organisierten Nostalgieskirennen in der Bühlenweid.

Die stolzen Gletscherführer von Meiringen und Umgebung im Jahr 1881, die viel zur Erschliessung des Alpenraums beigetragen haben.
Die stolzen Gletscherführer von Meiringen und Umgebung im Jahr 1881, die viel zur Erschliessung des Alpenraums beigetragen haben.
zvg
Sennenmutz und Norwegerpulli: Ron Koller (links) und Peter Stähli mit Tornister und langen Holzbrettern.
Sennenmutz und Norwegerpulli: Ron Koller (links) und Peter Stähli mit Tornister und langen Holzbrettern.
Anne-Marie Günter
Mit dem bunten Haslitrachttuch: Michelle Klee (Meiringen) und die Lenker Bergführer Werner Fischer (links) und Werner Imdorf.
Mit dem bunten Haslitrachttuch: Michelle Klee (Meiringen) und die Lenker Bergführer Werner Fischer (links) und Werner Imdorf.
Anne-Marie Günter
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Ein kleiner Dreh am Rad der Zeit: Skifahrer lenkten mit Haselstöcken, fuhren auf langen Holzbrettern ohne Kanten, die Damen trugen Rock und die Bergführer ein Hanfseil über der Schulter.

Viele Teilnehmer des Notalgieskirennens in Gadmen glichen den Männern, die sich 1881 als Gletscherführer von Meiringen und Umgebung fotografieren liessen. 1893 gründeten die Bergführer dann den Führer- und Trägerverein Oberhasli.

125 Jahre später ist die Bezeichnung Träger aus dem Namen verschwunden, und der Bergführerverein Haslital feiert das ganze Jahr über sein Jubiläum mit verschiedenen Angeboten. Das Nostalgieskirennen in Gadmen vom Samstag gehörte dazu.

Am Morgen sorgte der Föhn, ein den Führern bekannter Geselle, für Sonneneinstrahlung in der Bühlenweid in Gadmen. Ein Skihang mit einem Tellerlilift, der sich bestens für Skirennen der besonderen Art eignet.

18 Männer, 15 Damen, sechs Junioren und vier Personen mit besseren Kanten in der Open-Kategorie nahmen am Rennen teil. Sechs kamen aus der Nostalgieskirennen-Hochburg Rosswald im Wallis. Der Skiklub Gadmertal mit dem erfahrenen Rennleiter Beat Moor organisierte das Rennen professionell.

Als Speaker wirkte Peter Schläppi. «Es ist eigentlich nicht so meine Art», sagte der Hüttenwart der Gelmerhütte. Trotzdem: Er kommentierte die Fahrten gekonnt, manchmal leicht ironisch im Fernsehkommentatorenjargon. Er interviewte auch die Jury, welche Kostüm und Fahrstil bewertete.

Alt-Gemeindepräsidentin Barbara Kehrli und Fred Jaggi äusserten sich dazu, wie Gadmen sich als Aussenquartier von Innertkirchen entwickelt hat, und Ruth Ochsner stellte das Projekt «Re-Bolting» vor, an dem Bergführer grosses Interesse haben: Kletterrouten und Klettergärten mit gealterten Sicherungen werden erneuert.

Schläppi liess Hans Tännler von seinem Grossvater Alexander erzählen, der die Ski ins Gadmertal brachte und 1904 den Montblanc in einer Seilschaft als Erster mit Ski bestieg. Nicht zur Freude der französischen Bergführer in Chamonix.

Gefeiert wurde mit Champagner, und eine Schlägerei mit Billardqueues konnte glücklicherweise vermieden werden. Der Arzt Peter Wächli hatte altes Sanitätsmaterial dabei, unter anderem die «Belladonna», die weltbeste rostfreie Sicherheitsnadel.

Gut, dass sie sicher verpackt war: Der Föhn liess nach, und es regnete in Strömen. Vor allem die Damen entschieden lautstark, den zweiten Lauf trotzdem zu fahren. Schliesslich war und ist man bei den Bergführern allen Wettern gewachsen.

Die schnellsten Herren: Yannick Glatthard, Peter Stähli, Ron Koller. – Die schnellsten Damen: Manuela Bittel, Marlise Rieder, Marianne Walker. – Die schnellsten Junioren: Samuel von Bergen, Levin Schild, Diego Schläppi.

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