Gemeinde tritt ihre Schulhäuser ab

Über die Zukunft des «Schulhauses unter den Lawinen» in Stechelberg wurden die Einwohner an der Bezirksversammlung informiert. Einen Schritt weiter ist man schon in Gimmelwald.

Das Schulhaus in Stechelberg: Unterrichtet wird hier seit 2014 nicht mehr. Nun soll das Haus den Besitzer wechseln.

Das Schulhaus in Stechelberg: Unterrichtet wird hier seit 2014 nicht mehr. Nun soll das Haus den Besitzer wechseln.

(Bild: zvg)

Sinkende Schülerzahlen, weniger Klassen, überflüssige Schulhäuser: eine typische Entwicklung in ländlichen Gemeinden. In Lauterbrunnen kennt man diese Sorgen bestens. Seit 2010 ist das Schulhaus Gimmelwald schon geschlossen. Vier Jahre später wurden die Türen im Schulhaus Stechelberg – un­mittelbar neben der Talstation der Schilthornbahn – dichtgemacht. Schon länger nicht mehr unterrichtet wird in Isenfluh. Somit erhalten die Schüler der Gemeinde in Mürren und Wengen (jeweils Kindergarten und Unterstufe) sowie in Lauterbrunnen (zusätzlich Oberstufe) ihre Grundbildung.

Am Mittwochabend wurden die Stechelberger an der Bezirksversammlung über die Zukunft ihres Schulhauses informiert; rund 25 Bürger nahmen teil. Der zuständige Gemeinderat Karl Näpflin informierte, dass das Schulhaus in den nächsten Wochen zum Verkauf ausgeschrieben wird. Über den definitiven Verkauf entscheiden die Stimmbürger nächstes Jahr an der Urne, da der Verkaufspreis die Kompetenz der Gemeindeversammlung überschreitet.

«Gemäss einer aktuellen Schatzung werden wir den Verkaufspreis auf über eine Million Franken ansetzen», so Näpflin. Dank der Umzonung der Parzelle von der Zone für öffentliche Nutzung in die Wohn- und Gewerbezone gewinnt das Land nochmals leicht an Wert. Die Umzonung soll im Rahmen der Ortsplanungsrevision erfolgen, über die nächstes Jahr abgestimmt wird.

«Gemeindestube» soll bleiben

Im Schulhaus mit Baujahr 1976 befindet sich ein Mehrzweckraum, den die Stechelberger für allerlei Vereinsanlässe brauchen. «Sie wünschen, diesen Raum auch nach dem Verkauf noch ­nutzen zu können», so Näpflin. Diesem Wunsch wolle man im Rahmen des Verkaufs mit einem Dienstbarkeitsvertrag gerecht werden. Über den grundsätzlichen Verkauf der Liegenschaft gebe es in Stechelberg jedoch ­keine Diskussionen. «Die Bürger haben sich bereits bei der Schliessung damit abgefunden, dass es so weit kommt.»

Auch das Schulhaus in Gimmelwald (Baujahr 1904) wird verkauft. «Gegenwärtig sei man mit der Evaluierung des Käufers beschäftigt. Der Verkaufspreis wird 500 000 Franken nicht über­steigen. Entsprechend liegt der Entscheid bei der Gemeinde­versammlung.

Ein Mehrzweckraum für ortsansässige Vereine und die Be­völkerung befindet sich auch in diesem Schulhäuschen an der Kirchstatt. «Mindestens diese Räume versuchen wir den Bezirken noch erhalten», so Näpflin.

Berner Zeitung

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