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Gemeinderat muss nochmals über die Bücher

Nach langer Diskussion wurde das Geschäft für den Verkauf von Bauland in der Brünnlisau von der Gemeindeversammlung Erlenbach zurückgewiesen an den Gemeinderat. Dieser wurde aber ermächtigt, das Drogeriehaus zu verkaufen.

Gemeindepräsident Res Brügger, der neue Gemeinderat Hansjörg Bühler, sein Vorgänger Beat Brand und ­Gemeinderatspräsident Simon Künzi (v. l.).
Gemeindepräsident Res Brügger, der neue Gemeinderat Hansjörg Bühler, sein Vorgänger Beat Brand und ­Gemeinderatspräsident Simon Künzi (v. l.).
Rösi Reichen

Das 2300 Quadratmeter grosse Landstück in der Brünnlisau, das seit 2009 in einer Zone mit Planungspflicht liegt, soll überbaut werden. Der Gemeinderat wollte vom Souverän die Ermächtigung zum Verkauf. Im Baureglement ist die Erstellung eines Informationszentrums mit touristischen und allgemeinen Dienstleistungen wie Tankstelle, Shop, Bistro oder Besucherparkplätze festgehalten. Auf dem Areal kann kein Wohnraum erstellt werden.

Die Infrastruktur soll als Tor zum Simmental und zum Diemtigtal möglichst nahe an die Abzweigung ins Diemtigtal und an die Simmentalstrasse gebaut werden. Nach Vorverhandlungen mit verschiedenen Interessenten hat der Gemeinderat im Frühjahr 2017 entschieden, die Fläche öffentlich zum Verkauf auszuschreiben mit Eignungs- und Zuschlagkriterien.Vier Angebote trafen bei der Gemeindeverwaltung ein.

Diese präsentierten ihr Projekt, wobei ein Angebot zurückgezogen wurde und der Gemeinderat der SGA GmbH (Schweizerische Grosshandelsagentur) in Erlenbach den Zuschlag geben wollte. Nicht der Quadratmeterpreis ist relevant, sondern der Pauschalpreis von 376 000 Franken. Die SGA sucht nebst einer breiten Infrastrukturpalette auch eine intensive Zusammenarbeit mit den ­lokalen Tourismusbehörden. Geplant sind zwei separate Gebäude, insbesondere ein Tourismus-Infopoint, eine Tankstelle mit Shop, ein Verkaufspunkt für lokale Produkte sowie der Einsatz von erneuerbaren Energien zur Stromversorgung.

Lange Diskussionen

An der Gemeindeversammlung und im «Erlenbach aktuell» konnten sich die Stimmberechtigten ein Bild machen. Die Auto Gobeli hat ihren Sitz in Zweisimmen, bot 700 000 Franken, nach Ansicht von Stefan Gobeli «ein ortsüblicher Preis für Gewerbeland.» Er möchte eine Tankstelle mit Shop, eine Autowaschanlage und eine Ladestation für Elektrofahrzeuge auf dem Areal realisieren. Gobelis Grundidee ist es, das Markenzeichen Simmental in Verbindung mit der Simmentaler Kuh zu stärken und die Gäste in der Region willkommen zu heissen. Die Landi Diemtigtal zog ihr Angebot zurück, weil sie mit Gobeli zusammenspannen möchte.

Die Diskussion zog sich lange hin. Der Gemeindepräsident schloss die Versammlung erst um 23.15 Uhr. Einige Votanten verstanden nicht, dass die Gemeinde den Zuschlag nicht dem Meistbietenden habe geben wollen. Die Gemeindekasse könnte das Geld brauchen, andere befürchteten Einbrüche beim Umsatz der ortsansässigen Gewerbler. Jemand bezweifelte, ob das Vorgehen rechtens sei, weil es so nicht auf der Traktandenliste stehe. Das Geschäft wurde schliesslich an den Gemeinderat zurückgewiesen. Allerdings in offener Abstimmung, nicht geheim, wie jemand der 182 Anwesenden wünschte.

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