Gemeinderat zieht Überbauungsordnung zurück

Lenk

Die kantonale Baugesetzgebung hat den Lenker Gemeinderat zurückgepfiffen. Das Geschäft Teilüberbauungs­ordnung «Reka-Feriendorf» mit Anpassungen im Baureglement ist in Kompetenz des Gemeinderats.

Die Teilüberbauungsordnung zur Erneuerung und Sanierung des Lenker Reka-Feriendorfs geht in die nächste Runde. Foto: Fritz Leuzinger

Die Teilüberbauungsordnung zur Erneuerung und Sanierung des Lenker Reka-Feriendorfs geht in die nächste Runde. Foto: Fritz Leuzinger

Die 250 Stimmberechtigen an der Lenker Gemeindeversammlung hatten am Dienstag nur über die beiden Geschäfte Überbauungsordnung «Beschneiung Betelberg» und über die 4 Millionen Franken zur finanziellen Beteiligung an den Bergbahnen zu befinden. Die dritte Vorlage zur Teilüberbauungordnung «Reka-Feriendorf» ist nach kantonaler Baugesetzgebung ein Kompetenzgeschäft des Gemeinderates. Gemeindepräsident René Müller begründete damit die Streichung des Traktandums.

Das weitere Vorgehen

Zur Vorlage der Teilüberbauungsordnung kamen die An­passungen der Artikel «Masse und Nutzung» und der «Nutzungsvorschriften der Kur- und Hotelzone» im Baureglement. Gemeindepräsident René Müller erklärte umfassend: «Wir haben schlichtweg den Artikel 66 für die Organisation und Zuständigkeiten im kantonalen Baugesetz übersehen. Überbauungsordnungen, die eine Zone mit Planungspflicht betreffen, werden vom Gemeinderat beschlossen.» Zum weiteren Vorgehen geht nun das Geschäft zurück in die Planungskommission und kommt zur Genehmigung in den Gemeinderat. Als weitere Instanz hat das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) über die Einsprachen zu befinden und das Bauvorhaben zu genehmigen. Der AGR-Entscheid wird publiziert, und die Einsprecher haben das Beschwerderecht.

Neubauten geplant

Das Lenker Feriendorf der Schweizer Reisekasse (Reka) auf der Aegerten wurde 1975 eröffnet. Das Reka-Feriendorf hat sich in der Zwischenzeit für die Lenk sowohl touristisch als auch wirtschaftlich zu einem wichtigen Zentrum entwickelt. Die be­kannte Ferienanlage mit ihren fünfzig Wohnungen in den sechs Häusern hat dringenden Sanierungsbedarf. Ein Referenzkonzept sieht den Abbruch der sechs bestehenden Chalets vor. Als Ersatz sind zwei viergeschossige Längsbauten vorgesehen. Das grössere Gebäude soll an der nördlichen Perimetergrenze und das kleinere längs zur mittleren Aegertenstrasse gebaut werden. Aus der Mitsprache im Jahr 2018 und aus der öffentlichen Auf­lage von Mitte August 2019 gab esvier Einsprachen. Unter anderem wurde die Ästhetik der ge­planten Gebäude infrage gestellt: Die Betongebäude liessen den Charme der Lenk verschwinden.

4 Millionen an Bergbahnen

In einer Dreiviertelstunde wurde den Lenk Bergbahnen zum Beschneiungskonzept Betelberg mit Speichersee und mit der Zusicherung von 4 Millionen Franken zwei gewichtige Steine aus dem Weggeräumt. Zur Realisierung des Vorhabens wird eine Überbauungsordnung «Beschneiung Betelberg» mit gleichzeitiger Änderung der Zonenpläne Siedlung und Landschaft benötigt.

Der ausführliche Finanzplan der Lenk Bergbahnen zeigt auf, dass bis 2026 Neu- und Ersatzinvestitionen von 35,4 Millionen Franken geplant sind. Die Gemeinde ist sich der Bedeutung des Unternehmens als touristischen Hauptmotors und wichtigen Arbeitgebers bewusst und hat die 4 Millionen in den Finanzplan aufgenommen. Der Souverän stimmte einerseits einem zu 0,3 Prozent verzinsten und rückzahlbaren Darlehen von 3 Millionen Franken zu. Andererseits wurde auch die Zeichnung von einer Million Franken in Form von Anteilscheinen diskussionslos bei einer respektive zwei Enthaltungen gutgeheissen.

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