Gemeinsam schneien

Die Adelboden AG und die Lenker Bergbahnen planen, im gemeinsamen Skigebiet gleichzeitig beschneite Ski­pisten anzubieten. Zur Optimierung von Energieverbrauch sollen die Beschneiungssysteme verbunden werden.

Die Bergbahnen von Adelboden und Lenk wollen ihre Skipisten in Zukunft gemeinsam beschneien.

Die Bergbahnen von Adelboden und Lenk wollen ihre Skipisten in Zukunft gemeinsam beschneien. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Bergbahnen Adelboden AG (BAAG) verfügt im Gebiet Silleren-Hahnenmoos über ausreichende Wasserbezugsrechte. Ihr fehlt jedoch eine Speicheranlage, um vorwiegend bei niedrigen Temperaturen den Spitzenwasserbezug zur Beschneiung mehrerer Pisten abdecken zu können. Im Gebiet Hahnenmoos sind die ursprünglich geplanten Anlagen nur zum Teil realisiert, sodass zurzeit nur spärlich beschneit werden kann.

Lenker haben Speichersee

Im künstlichen Speichersee am Brenggen verfügen die Lenker Bergbahnen (LBB) über 75 000 Kubikmeter Wasser. Der Wasserbezug erfolgt vorwiegend im Talgrund aus der Simme. Dies erfordert grosse Pumpenergie. Nicolas Vauclair, Geschäftsführer der LBB: «Unsere Beschneiungsanlagen sind sehr gut und leistungs­fähig. Wenn die äusseren Bedingungen stimmen, können wir ­innerhalb von fünf Tagen zwei Drittel unserer Pisten einschneien.» Zum geplanten Zusammenschluss der beiden Anlagen meint Vauclair: «Die steuerungstechnische Koordination der gemeinsamen Betriebssysteme wird für beide Unternehmen hinter den Kulissen zur zusätzlichen Herausforderung.»

Herausforderung annehmen

Bereits heute gibt die LBB der BAAG Wasser aus dem Brenggensee zur Beschneiung der oberen Pisten an Lavey sowie Hahnenmoos-Geils ab. Vauclair: «Das Leitungssystem ist jedoch zu gering dimensioniert, damit dieses als eine Anlage steuerungs- und energietechnisch effizient betrieben werden kann.» Beide Unternehmen haben das gemeinsame Ziel, das ganze Pistenangebot im Skigebiet Sillerenbühl-Metsch bei Saisonbeginn gleichzeitig zu öffnen.

Das Vorhaben umfasst vier Teilprojekte. Es kann ohne erhebliche Auswirkungen auf angrenzende Schutzgebiete und auf das Landschaftsbild realisiert werden. Zudem sind keine Veränderungen der Wasserbezugsgrösse wie auch für die Beschneiungsflächen geplant. Vorgesehen sind rund 2,5 Kilometer neue Verbindungsleitungen mit einem Durchmesser von 300 Millimeter. Dazu kommen fast 2 Kilometer Beschneiungsleitungen, teils als neue Ringleitung zum Metschstand, mit den benötigten Beschneiungsschächten. Aus Rücksicht auf die Vegetation und zur Schonung von Feuchtgebieten werden soweit machbar die Leitungen in bestehende Strassenkörper verlegt. Die umfangreichen Grabarbeiten dürften nach Abschluss auf das Natur- und Landschaftsbild keine sichtbaren Auswirkungen haben.

Anpassungen bei den UeO

Das Projekt bedingt geringfügige Anpassungen der bestehenden Überbauungsordnungen. Für Adelboden ist es die auf der Gemeindeverwaltung aufliegende UeO 29a «Chuenisbärgli-Silleren-Hahnenmoos». Das gleiche Auflageverfahren gilt für die UeO «Beschneiung Metsch-Bühlberg». Diese liegt bis zum 3. April an der Lenk auf. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.03.2017, 14:37 Uhr

Artikel zum Thema

Oberländer Skigebiete rüsten sich für die Saison

Technische Beschneiungsanlagen gehören heute zum Grund­angebot zeitgemässer Winterdestinationen. Mehr...

Mit neuester Beschneiungstechnik in eine sicherere Zukunft?

Saanen Eine neue Gechäftsleitung und fünf Millionen Franken Investitionen sorgen bei der Bergbahnen Destination Gstaad AG für Aufbruchstimmung. Wir schauten dem Leiter der Beschneiungsanlagen einen Tag lang über die (breite) Schulter. Mehr...

Service

Auf die Lesezeichenleiste

Hier lesen Sie unsere Blogs.

Kommentare

Blogs

Von 120 auf 5 Minuten

Gartenblog Giessen, giessen, giessen

Die Welt in Bildern

Beliebtestes Verkehrsmittel: Ein Nordkoreaner schiebt sein Fahrrad über den Kim-ll-Sung-Platz in Pyongyang. (24.Juli 2017)
(Bild: AP Photo/Wong Maye-E) Mehr...