Zum Hauptinhalt springen

Geschichtsträchtige Kirchenwand

Bei der Sanierung der Fassade der Kirche Zweisimmen kam eine spannende Baugeschichte zum Vorschein.

Die spannende Baugeschichte unter diesen Planen wird ab September zu sehen sein.
Die spannende Baugeschichte unter diesen Planen wird ab September zu sehen sein.
Verena Holzer

Im Rahmen der Kirchgemeindeversammlung orientierte Architekt Matthias Trachsel über die Arbeiten zur Sanierung der Kirche. «Die Verzögerung bei der Erneuerung hat sich gelohnt. Sechs Bauphasen konnten bei den Untersuchungen, anhand von Mörtelzusammensetzung, Mauerart und anderen Merkmalen ermittelt werden», erläuterte er den 28 Stimmberechtigten in der Kirche Zweisimmen.

Durch den hohen Anteil an Kunststoff beim jüngsten Anstrich an der Nord-Westfassade, habe die Mauer nicht mehr atmen können. Dadurch habe sich im Mauerwerk Feuchtigkeit angesammelt, was zu Schäden im Sockelbereich und an den Fresken im Innenraum geführt habe, erklärte er. Über die Wintermonate konnte das Mauerwerk austrocknen und damit mit Analysen und Untersuchungen begonnen werden.

Eine neue Entdeckung

Beim Entfernen der verschiedenen Putzschichten des 19. Jahrhunderts ist ein Bogenfenster zum Vorschein gekommen, welches wohl bei der Umgestaltung der Kirche im 12. Jahrhundert erstellte wurde. Bei der Freilegung des Sockelbereichs der Sakristei ist, als neuste Entdeckung, ein Vorgängerbau vermutlich aus dem 15. Jahrhundert erschienen. «Spannend ist auch die Dachkonstruktion. Diese wurde, wie die dendrochronologischen Untersuchungen gezeigt haben, aus Holz erstellt, das zwischen 1437 und 1440 geschlagen wurde», erklärte Trachsel.

Das neu entdeckte Bogenfenster (Mitte). Bild: PD/Denkmalpflege des Kantons Bern, Beat Schertenleib
Das neu entdeckte Bogenfenster (Mitte). Bild: PD/Denkmalpflege des Kantons Bern, Beat Schertenleib

Nun wird zum Schutz des Mauerwerks ein neuer Putz angebracht. Einzelne Teile der Fassade werden freigelegt bleiben, damit sie die spannende Geschichte erzählen können. Mit den Baukosten sei man im Lot, sagte der Architekt. Der Kirchgemeinderat hat für die Sanierung im Finanzplan insgesamt 220'000 Franken eingerechnet. Geplant ist, dass die Baumassnahmen im September 2019 abgeschlossen sind.

Besser als budgetiert

Susanne Oswald präsentierte der Versammlung eine positive Rechnung. Bei einem Aufwand von 696'733 Franken konnte ein Brutto-Ertragsüberschuss von 84'036 Franken verbucht werden. Neben harmonisierten Abschreibungen von 26'446 Franken konnten übrige Abschreibungen von 53'200 gemacht werden. Es bleibt ein Ertragsüberschuss netto von 4389 Franken, das ist eine Besserstellung gegenüber dem Budget von 9636 Franken. Die Rechnung wurde einstimmig angenommen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch