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Grenzen aller Art sind im Fokus

Film im Bad 2015 – vom 24. bis 29. August stehen Dokumentarfilme über physische, psychische und kulturelle Grenzen im Fokus.

Zwei Grosse des Schweizer Films vereint: Jörg Schneider (links) und der Anfang April verstorbene Mathias Gnädinger sind in Spiez in «Usfahrt Oerlike» zu sehen.
Zwei Grosse des Schweizer Films vereint: Jörg Schneider (links) und der Anfang April verstorbene Mathias Gnädinger sind in Spiez in «Usfahrt Oerlike» zu sehen.
zvg

Dokumentarfilme und dokumentarische Spielfilme sowie Gespräche mit Filmschaffenden sind die Markenzeichen der Reihe Film im Bad, die jeweils im Spätsommer im Garderobengebäude des Freibades Spiez über die Leinwand geht.

Auch dieses Jahr haben Initiant Werner Stalder und sein Team ein Kontrastprogramm zum immer wiederkehrenden Thema Grenzen zusammengestellt. «Menschen fühlen sich eingegrenzt oder ausgegrenzt, sie überwinden oder verteidigen physische, psychische und kulturelle Grenzen.

Und alle erfahren Grenzen wie die des Alters oder des Abschieds. Grenzen sind physischer, psychischer und kultureller Art, sie bestimmen das Leben auf vielfältigste Art und Weise», ist in einer Mitteilung des Filmfestivals Thunersee zu lesen. In Film im Bad sind dieses Jahr sowohl zwei recht bekannte Titel wie «Usfahrt Oerlike» und «Dark Star – HR Gigers Welt» wie auch unbekanntere wie «Le thé ou l’électricité» oder «Kühe, Käse und drei Kinder» zu sehen.

Vor den Vorführungen führt Werner Stalder Gespräche mit Mitwirkenden aus den Filmen – Darstellerinnen, Regisseuren, Kameraleuten und andern.

Diese Filme sind zu sehen

Montag, 24.August, «2 Francos – 40 Pesetas», dokumentarische Komödie (E): Madrid 1973 – sechs Jahre sind vergangen, seit Martin und seine Familie aus Uzwil nach Madrid zurückgekehrt sind. Die Jahre in der Schweiz in guter Erinnerung, fährt Martins 18-jähriger Sohn Pablo mit seinem Freund nach Uzwil.

Ein unerwarteter Kulturschock für die beiden, die anstelle von Bauern nun Hippies in Landkommunen vorfinden. Dass ihre Eltern in der Zwischenzeit ebenfalls auf dem Weg nach Uzwil sind, ahnen Pablo und sein Begleiter nicht. Deren unerwartetes Eintreffen sowie ihr Wiedersehen mit Freunden und heimliche Liebesbeziehungen sorgen in dieser Komödie von Carlos Iglesias für grosse Aufregung. – Gast: Bruno Niederer, Protagonist.

Dienstag, 25.August, «Le thé ou l’électricité», Dokumentarfilm (F): Marokko, im Hohen Atlas. Die Hirtenfamilien im entlegenen Dorf Ifri leben wie im Mittelalter. Kein fliessendes Wasser, keine Strasse, keine Schule und keine medizinische Versorgung. Seit Jahren warten sie darauf, dass der Staat endlich eine Strasse baut. Diese hat für alle, die Isolation und Armut hinter sich lassen wollen, absolute Priorität.

Doch eines Tages steht fest, dass nicht eine Strasse gebaut wird, sondern Stromleitungen verlegt werden. Schon bald treffen die ersten Fernseher und damit die Verlockungen der Konsumwelt ein. Film mit deutschen und französischen Untertiteln. – Gast: Ursina Humm Zürcher, Marokko-Verantwortliche eines Reiseanbieters.

Mittwoch, 26.August, «Danioth – der Teufelsmaler», Dokumentarfilm (CH): Der 1953 verstorbene Heinrich Danioth ist der bedeutendste Urner Künstler und einer der herausragenden Schweizer Maler des 20.Jahrhunderts. Seinen roten Teufel an der Felswand kennen die meisten – seit über 60 Jahren thront er an der Felswand über der Brücke der Schöllenenschlucht.

Der Künstler ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt. Der Film erzählt die Lebensgeschichte eines in Vergessenheit geratenen Künstlers. Er basiert vor allem auf Danioths Tagebüchern und Briefen. Zusammen mit den wenigen noch lebenden Zeitzeugen, darunter die beiden Töchter, rekonstruiert Regisseur Zenoni das Künstlerleben. – Gast: Felice Zenoni, Regisseur.

Donnerstag, 27.August, «Dark Star – HR Gigers Welt», Dokumentarfilm (CH): Mit Film und Kino war HR Giger eng verbunden – 1980 gewann er einen Oscar für beste visuelle Effekte im Film Alien. Zeit seines Lebens hat sich HR Giger, der 2014 gestorben ist, im Unheimlichen eingerichtet, in einer dunklen Welt voller Abgründe.

Er kreierte diese Welt nicht, weil sie ihm so gut gefiel, sondern weil er gar nicht anders konnte. Nur so hielt er seine eigenen Ängste im Zaum. «Keinesfalls muss man sich vor HR Giger fürchten, dem liebenswerten, bescheidenen und humorvollen Mann», ist in einer Filmbesprechung zu lesen.

Giger war nur der Überbringer der dunklen Botschaften, er kartografierte die Albträume des Menschen, zeichnete Landkarten des Unterbewussten, modellierte Ur-Ängste. – Gast: Überraschungsgast.

Freitag, 28.August, «Usfahrt Oerlike», dokumentarischer Spielfilm (CH): Paul Riniker hat mit Jörg Schneider und Mathias Gnädinger einen viel beachteten Film geschaffen – «Usfahrt Oerlike» thematisiert das Sterben, berührt und fordert heraus. Wenn Hans zurückblickt, muss er sagen: Das war ein gutes Leben!

Er hat die Welt gesehen, sein Martheli geliebt – und ja, zwei, drei Dinge sind schiefgelaufen. Aber darüber muss man nicht reden. Und jetzt? Seit zwei Jahren ist Martha tot, er kann den Alltag kaum noch bewältigen. Von einem Besuch beim Tierarzt kommt sein geliebter Hund Miller nicht mehr nach Hause. Hans ist müde. Eigentlich mag er nicht mehr. Er möchte sterben. Aber darüber spricht man nicht.

Oder bestenfalls mit Willi, seinem Freund. Ihm vertraut er, ihn betrachtet er als seinen Verbündeten, der ihm helfen soll, seinen Plan umzusetzen. Willi, der wahre Freund, der zu ihm hält bis zum Schluss– Gast: Paul Riniker, Regisseur.

Samstag, 29.August, «Kühe, Käse und drei Kinder», Dokumentarfilm (CH): Filmerin Susanna Fanzun zeigt den Alltag der drei Kinder Braida (8), Marchet (7) und Jon (3) auf der Alp Gün im bündnerischen Safiental. Da die Eltern viel arbeiten, müssen die Kinder sich zu beschäftigen wissen.

Braida braucht eine Sonderbewilligung, um der Schule fern zu bleiben. Sie schreibt ihrer Klasse Briefe. Auf der Alp kann es überaus langweilig sein. Braida vermisst ihre Freundinnen. Die Kinder leben ein naturnahes Leben und erledigen auch Arbeiten mit den Tieren. Im kleinen Alpuniversum erfahren und erlernen sie die Gesetzmässigkeiten der grossen Welt. – Gast: Markus Graber, Mitglied Filmteams.

«Film im Bad» vom 24. bis 29.August im Frei- und Seebad Spiez. Filmbeginn 20.15 Uhr. Vor jedem Film findet eine Gesprächsrunde statt. Eintritt 14 Franken. Alle Plätze sind vor Witterung geschützt. Platzreservation: Badkasse, Tel. 033 6541576 oder E-mail info@filmfestival-thunersee.ch.

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