Gschichtleni us der Dienschtzyt

Interlaken

«Dienschtzyt» nennt sich das Hörbuch von Heinz Häsler, dem ehemaligen Generalstabschef der Schweizer Armee. Am Samstag war im Kunsthaus Vernissage.

Heinz Häsler, der ehemalige Generalstabschef der Schweizer Armee, erzählt im Kunsthaus Interlaken Begebenheiten aus seiner Dienstzeit.

Heinz Häsler, der ehemalige Generalstabschef der Schweizer Armee, erzählt im Kunsthaus Interlaken Begebenheiten aus seiner Dienstzeit.

(Bild: Ueli Flück)

Das Schwyzerörgeliquartett Habkern spielt auf, und der ehemalige Nationalratspräsident Hanspeter Seiler begrüsst das Publikum, das in Scharen ins Kunsthaus Interlaken gekommen ist, zur Vernissage des Hörbuches «Dienschtzyt», das im Weber-Verlag (Gwatt) erschienen ist.

Im Buch erzählt einer Begebenheiten aus seiner Dienstzeit. Nicht irgendeiner, sondern Heinz Häsler, der seine militärische (Berufs-)Karriere 1992 als Generalstabschef der Schweizer Armee abgeschlossen hat.

Nun sitzt er vorne auf der Kunsthausbühne. «Ihr habt vielleicht erwartet, dass ich von der Verteidigungsstrategie oder von der Gesamtführung prichte», wendet er sich an seine aufmerksamen Zuhörer und Zuhörerinnen. «Oder dass ich preisgeben werde, welche höheren Offiziere gut waren oder für welche man keinen Schutz Pulver hätte brauchen können.»

Erzählstoff hätte das schon gegeben, «aber das lassen wir sein». Und so erzählt der 88-Jährige drei Gschichtleni aus seiner Dienschtzyt, während deren er vieles erlebt hat. Eine aussergewöhnliche Zeit sei das gewesen, mit viel Schönem, aber auch Ungutem, erzählt der KKdt a.D.

Wyler-Tüütsch

Heinz Häsler erzählt seine Geschichten in Gsteigwiler Mundart, in Wyler-Tüütsch. Das ist bemerkens- und lobenswert in einer Zeit, da die heimischen Dialekte je länger, je mehr verschwinden. In einer Zeit, da aus Buben plötzlich Jungs werden und aus dem Grossätti ein Opa.

Der in der Rüti in Gsteigwiler aufgewachsene Heinz Häsler, der, wie es Hanspeter Seiler ausdrückte, eine wichtige nationale Persönlichkeit geworden ist, hat während all der Jahrzehnte das Wyler-Tüütsch nicht verlernt. Er bewahrt es mit seinen Büchern (auch den Hörbüchern) vor dem Vergessenwerden.

Das Dienschtzyt-Hörbuch umfasst auf drei CDs 17 Geschichten, gesprochen von Heinz Häsler. So wie der militärische Ernst für die jungen Schweizer mit der Aushebung beginnt, so startet das Hörbuch mit «Wan i mmi han müössen ga schtellen».

Heinz Häsler erinnert sich in weiteren Geschichten an den Kanonier Johann Jordy und daran, «wien e mmi gäg e ne pinggeliga Oberscht ha gwerd». Freude (und auch Stolz) sind herauszuhören, wenn Häsler erzählt, «wien i als Houptmaan bi zun em Hüratsvermittler worden».

Das Vernissagepublikum war zu einem Apéro eingeladen. Das befeuerte wohl auch manchen Wehrmann a.D., auf seine militärischen Taten zurückzublicken.

Hörbuch «Dienschtzyt», Wird & Weber Verlag AG, 3645 Thun/Gwatt www.weberverlag.ch.

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