Gstaader Bergbahnen wollen Massnahmen konsequent umsetzen

Zweisimmen

Mit dem Ziel, der Bevölkerung die Meinungsbildung zu erleichtern, präsentierte die Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) ihr Sanierungs- und Restrukturierungsprojekt.

Das Interesse an der Infoveranstaltung über die Zukunft der Bergbahnen Destination Gstaad AG war sehr gross.

Das Interesse an der Infoveranstaltung über die Zukunft der Bergbahnen Destination Gstaad AG war sehr gross.

(Bild: Markus Hubacher)

Das Sanierungs- und Restrukturierungskonzept der mit 58 Millionen Franken verschuldeten Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) geht in die fünfte Runde. Vor einem Jahr hat die Gemeinde Saanen das Rettungskonzept der Bergbahnen mit der Eignerstrategie zurückgewiesen.

Die öffentliche Informationsveranstaltung der BDG zusammen mit der Beraterfirma Grischconsulta AG vom Mittwoch in Zweisimmen stiess auf grosses Interesse. Im Vorfeld der Gemeindeversammlungen, namentlich der drei Hauptaktionäre Saanen, Rougemont (Gemeindeparlament) und Zweisimmen, wurde mit der Offenlegung der Kombination der hohen Verschuldung von 58 Millionen mit den hohen Investitionserfordernisse für die nächsten 3 bis 5 Jahre von mindestens 70 Millionen Franken versucht, den über 800 Anwesenden die Meinungsbildung zu erleichtern.

Einleitend stellte Verwaltungsratspräsident Emanuel Raaflaub, Saanen, fest: «Der kranke BDG-Patient bekam von verschiedenen Ärzten immer die gleiche Diagnose zum Abnehmen. In dieser Runde soll der Patient jedoch stabilisiert werden.»

Gemeinden noch 30 Prozent

Roland Zegg, von der durch den Verwaltungsrat eingesetzten Unternehmensberatung Grischconsulta AG, legte den Kapitalschnitt von 85 Prozent und die anteilsmässige Wiederaufstockung des Aktienkapitals durch die Gemeinden offen. Nach der Kapitalherabsetzung sollen die Gemeinden nicht mehr mehrheitlich, sondern nur noch mit knapp 30 Prozent an der BDG beteiligt sein.

Private Aktionäre und die drei ins Rettungsboot zu holenden privaten Investoren, wovon einer über die noch zu gründende Tourismusstiftung, haben 70 Prozent des Aktienkapitals einzubringen. Die BDG-Fitnesskur brachte Sanierer Zegg auf einen Punkt: «Die Restrukturierungsmassnahmen müssen konsequent umgesetzt werden – auch wenn sie schmerzlich sind.»

Konzentration aufs Machbare

Die Bergbahnen seien zweifelsohne mit einer Lohnsumme von rund 11 Millionen Franken der Wirtschaftsmotor für die ganze Region. Bei den Investitionen will man sich auf das Machbare konzentrieren. Mit einem dringenden Ersatz der alten Saanerslochbahn für rund 27 Millionen und 15 Millionen für Beschneiungsprojekte soll der Sektor Ost für insgesamt 47 Millionen Franken skitechnisch und gastronomisch aufgewertet und verbessert werden.

Neustart auf dem Eggli?

Im Sektor West stehen das vielseitige Pistenangebot und die prominente Gastronomie an besten Aussichtslagen mit der Nähe zu Gstaad, Saanen und Rougemont im Zentrum. Die BDG ist mit den Investoren für einen Neustart auf dem Eggli im Gespräch. Der Investitionsplan sieht 8,6 Millionen für den Ersatz Gstaad–Eggli und 6 Millionen an die Beschneiung vor. Der BDG-Verwaltungsrat plant, in den nächsten drei Jahren 71 Millionen Franken zu investieren. Die Finanzierung haben projektspezifisch zu 60 Prozent die Gemeinden, Sponsoren und Private zu tragen und 40 Prozent müssten durch die BDG AG erwirtschaftet und erbracht werden.

Brand soll Präsident werden

Mit dem 60-jährigen Heinz Brand steht an der BDG-Generalversammlung vom 28. Oktober ein langjähriger Kritiker der Bergbahnunternehmung als Verwaltungsratspräsident zur Wahl. Kürzlich demissionierte Brand aus parteipolitischen Überlegungen als FDP-Gemeinderat in Saanen.

Brand als designierter BDG-Präsident zeigt Herzblut: «Motiviert haben mich die Erfolge im Geschäftsleben, und ich will damit etwas zurückgeben. Ich bin unabhängig, und als solcher bin ich als Kopf der BDG auch bereit, den Kopf hinzuhalten.»

Sein Ziel ist den Einfluss der Gemeinden und der Kantone drastisch zu reduzieren: «Mit 10000 Meinungen kommt man nie auf einen grünen Zweig und mit doppelten Amtsverpflichtungen erst recht nicht.» Brand ist vom Neustart und der Zusammenarbeit mit dem neuen Geschäftsführer und CEO Matthias In-Albon überzeugt.

Die BDG-Finanzierungsvorlage liegt den Gemeindeversammlungen von Saanen am 18. September, derjenigen von Zweisimmen am 23. September vor. Das Gemeindeparlament von Rougemont hat am 6. Oktober darüber zu befinden. Die Daten der Gemeindeversammlungen der weiteren Partnergemeinden sind noch nicht bekannt.

Berner Oberländer

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