Gut gerüstet für die Zukunft

Matten

In den Oberländer Wäldern wurde alles Sturmholz gerüstet, und auch sonst sind die Waldbesitzer Interlaken-Oberhasli (WIO) zufrieden.

Arnold Künzle (Mitte, in Orange) führte die Waldbesitzer durch den Pflanzgarten der Abteilung Naturgefahren am Kleinen Rugen.

Arnold Künzle (Mitte, in Orange) führte die Waldbesitzer durch den Pflanzgarten der Abteilung Naturgefahren am Kleinen Rugen.

(Bild: Sibylle Hunziker)

Schon länger hatte WIO-Präsident Andreas Ritschard einen Nachfolger gesucht – vorzugsweise mit direktem Draht in die Politik. Nun ist der Waldbesitzerverband Interlaken-Oberhasli doch noch in den eigenen Reihen fündig geworden: Einstimmig wählte die Versammlung am Freitag in der Trinkhalle am Kleinen Rugen Grossrat Ueli Abplanalp aus Brienzwiler zum neuen Präsidenten. Wegen Grippeviren und einer Terminkollision konnten allerdings weder der alte noch der neue Präsident mitfeiern.

Trockenheit stresst Bäume

Zuversichtlich blickten die Waldbesitzer auch bei der Pflege und Nutzung des Waldes in die Zukunft. So berichtete Andreas Lötscher von der Waldabteilung Alpen, dass die vielen verstreuten Sturmschäden von Anfang Jahr, die zum Teil erst im Laufe des Sommers gefunden wurden, so weit wie möglich behoben sind. Insgesamt 72000 Kubikmeter Sturmholz wurden im Gebiet der Waldabteilung Alpen aufgerüstet, um einer Massenvermehrung der Borkenkäfer vorzubeugen. Trotzdem rief Lötscher die Waldbesitzer zu Wachsamkeit auf: «Die Bäume sind von der Trockenheit gestresst, da können nächsten Frühling neue Käferbrutstätten entstehen.»

65 Prozent des Sturmholzes wurden entrindet und im Wald liegen gelassen, weil ein Abtransport nicht rentiert hätte. Der Rest wurde mit dem Heli ausgeflogen oder ab Waldstrasse verkauft. «Dass all dieses Holz vermarktet werden konnte, ist auch ein Verdienst der BeO Wald und Holz», sagte Lötscher. Die gemeinsame Vermarktungsorganisation wurde vor zwölf Jahren von den Waldbesitzern gegründet.

Wegen der vielen Sturmschäden in Europa habe insgesamt wenig Holz verkauft werden können, berichtete Lukas Hug von der BeO Wald und Holz. Für gute Qualität sei aber der Preis nicht eingebrochen. «Und es ist gut, dass ihr trotz der vielen anderen Arbeit auch einige Holzschläge durchgeführt habt», freute sich Hug. «Denn die Sägereien müssen hochwertiges Holz verarbeiten können, damit sie am Markt erfolgreich sind und auch dann bereitstehen, wenn es um die Verwertung von Sturmholz geht.» Weiter liessen sich die Waldbesitzer über Aktuelles aus dem kantonalen Verband und über den Stand der Hirschjagd informieren.

Der künftige Schutzwald

Auf grosses Interesse stiess die Besichtigung des Pflanzgartens am Kleinen Rugen vor der Versammlung. Arnold Künzle, der den Garten für die Abteilung Naturgefahren leitet, führte die Waldbesitzer durch den Kühlkeller, wo Samen der wichtigsten Bergwald-Baumarten von unterschiedlichen Oberländer Standorten lagern, und durch den Garten, in dem standortgerechte Bäumchen für Einpflanzungen im Schutzwald, besonders auch in Lawinen- und Wildbachverbauungen, angezogen werden. Daneben werden auch kleinere Mengen vielfältiger einheimischer Büsche gezogen, die zum Teil von Privaten für den Garten oder für Hecken gekauft werden; zum Teil sind es auch Pionierpflanzen, die in Felsen und Geröll den Boden für künftigen Schutzwald vorbereiten.

Berner Oberländer

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