Hanery-Cover-Konzerte: «Es könnte recht emotional werden»

Interlaken

Crazy Mofos und Andreas Hunziker führen Hanery Ammans CD «Solitaire» zweimal im Anker Interlaken auf.

Voller Vorfreude: Am 8. und 9. Mai präsentieren Crazy Mofos im Anker Hanery Ammans CD «Solitaire».

Voller Vorfreude: Am 8. und 9. Mai präsentieren Crazy Mofos im Anker Hanery Ammans CD «Solitaire».

(Bild: Bruno Petroni)

«Mir gefällt, dass ich für jeden Song einstehen kann, was nicht gerade selbstverständlich ist»: Das antwortete Hanery Amman vor 20 Jahren auf die Frage, was ihm an seiner soeben veröffentlichen CD «Solitaire» gefalle.

Und tatsächlich: Als musikalischer Edelstein hat «Solitaire» bis heute nichts an Glanz verloren, die Songs klingen so frisch wie damals bei ihrer Erstveröffentlichung am 13. Mai 2000 und erfreuen sich bis heute grosser Radiopräsenz. Doch bis es so weit war, hatte sich Hanery Amman Zeit gelassen – ganz nach seinem Motto «Gut Ding will Weile haben»: Sein bis dato letztes Album «Burning Fire» war schon 1981 erschienen.

Und jetzt, 20 Jahre später, verbeugen sich junge Oberländer Musiker vor ihrem Vorbild und dessen Solitär: Crazy Mofos und Andreas Hunziker führen «Solitaire» live auf. Und zwar dort, wo es sich gehört – im Goldenen Anker, Hanerys Konzert- und Wohnstube bis zu seinem Tod vor rund zwei Jahren.

«Möglichst originalgetreu»

«Déjà vu» heisst nicht nur der wohl bekannteste Titel auf der CD «Solitaire», sondern auch deren Wiederaufführung am 8. und 9. Mai im Anker. Keine zwei Wochen nach dem Start des Vorverkaufs war das Konzert vom 9. Mai bereits ausverkauft, sodass sich die Band zu einem zweiten Auftritt am Vorabend entschloss – für den notabene jetzt auch schon gut ein Viertel der Tickets weg ist.


Erinnerungen an eine grosse Freundschaft: Hanery Amman und Andreas Hunziker 2017 in dessem Studio. Foto: PD

Doch was darf das Publikum überhaupt erwarten? «Unser Ziel ist es, die Songs möglichst originalgetreu zu spielen», sagt Bassist Christoph Buchs. Das sei schwieriger als erwartet.

Denn: «Hanerys Kompositionen beinhalten sehr viel mehr Details, als dass sie sofort zu hören und zu erkennen sind. Vieles ist versteckt, zum Beispiel auch vertrackte Rhythmen.» Dabei orientiere sich die Band nicht nur an der CD selbst, sondern auch an Liveaufnahmen, etwa von einem Konzert in der Mühle Hunziken. Noch steckt man mitten in den Proben, noch sind nicht alle Songs einstudiert, noch ist die Setlist nicht definiert.

Auf Hanerys Piano

Eine ganze CD zu covern, ist ambitiös. Die Idee dazu entstand gemäss Buchs im Frühling 2019. Bis dann gehörte zum Repertoire der Crazy Mofos erst ein «Solitaire»-Song, «Isch es wahr». Inspiriert worden sei man von der Neuaufführung des Rumpelstilz-Albums «Live im Anker» durch die Berner Tequila Boys in den Jahren 2009 und 2019.

Das Projekt wurde personell noch erweitert, indem Andreas Hunziker mit ins Boot stieg. Der Produzent und ehemalige Plüsch-Pianist habe «sofort zugesagt», freut sich Christoph Buchs. Und es kam sogar noch besser: Hunziker, der übrigens das Klavierspiel in jungen Jahren bei Hanery lernte, wird bei den beiden Konzerten auf jenem Yamaha-Piano spielen, das sowohl auf «Solitaire» als auch beim erwähnten Reunion-Album zu hören war.

Ein Grund mehr, dass die Konzerte, wie Buchs vermutet, «wohl recht emotional werden könnten».

Tickets für das Konzert vom 8. Mai im Anker: 079 485 50 67

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