Hanspeter Latour: «Das Huus darf me der ganze Wält zeige»

Kiental

Jetzt ist die neue Sennhütte im Gamchi in Betrieb: Am Samstag feierten am Bau beteiligte Firmen, offizielle Vertreter und Gäste die Aufrichti. Familie Bühler freut sich an den einfacheren Betriebsabläufen für die Herstellung von Käse.

Aufrichtefest auf der Alp Gamchi mit Hanspeter Latour inmitten der Pächterfamilie Bühler.

Aufrichtefest auf der Alp Gamchi mit Hanspeter Latour inmitten der Pächterfamilie Bühler.

(Bild: Rösi Reichen)

An der Einweihung der neuen Sennhütte im Gamchi im hinteren Kiental lobte der Vermittler Hanspeter Latour in der Sendung «SRF bi de Lüt»: «Das hie isch es Jahrhundertboüwärch, das darf me der ganze Wält zeige.» Er freute sich und wünschte Glück. Er habe bei der Sendung mitgemacht, weil er im Eriz wohne, ein Alpwirtschaftsfan sei und am Berner Oberland interessiert sei.

Alpschaftspräsident Christian Bhend erwähnte das Wetterglück im Herbst 2015, als noch lange gearbeitet werden konnte, lobte die einheimischen Firmen für ihre gute Arbeit, die Boag für die koordinierten Flüge und wünschte der Pächterfamilie Bühler viele glückliche Jahre in der «gfreuten Hütte».

Bhend sagte auch, dass er Hanspeter Latour sehr dankbar sei, weil er mit seiner Begeisterung für die Sache die Planung beschleunigt habe. Die Amtsstellen von Bund und Kanton wie auch die Stiftung Unesco Welterbe, wo die Hütte am Weg zum Gspaltenhorn liegt, haben dazu einen Beitrag geleistet.

Die Bernische Stiftung für Agrarkredit machte einen zinslosen, auf 15 Jahre rückzahlbaren Kredit locker. Dennoch hätten alle der noch 15 Ansprecher einen Beitrag aus der eigenen Tasche zu leisten, auch weil der Bau wegen Mehraufwand und Verbesserungen (neue Wasserfassung, Wasserminikraftwerk) teurer wird.

Funktionell und gemütlich

Die Hütte besticht durch hochwertige Zimmermannskunst mit Verzierungen. Es hat Blumen, einen Kräutergarten, die Räume sind einfach, funktionell und ­gemütlich eingerichtet. In den Fenstern sind Spitzen montiert und eine Züglete mit Laubsägetieren.

Im Stall hängen über jedem Platz verzierte Schilder mit dem Namen der Kuh: von der Lerche über Sissi, Aelpli, Olivia, Mona und Milena. Die Pächtersfrau Elisabeth ist des Lobes voll: «Wir haben jetzt sogar bei Regenwetter eine warme Hütte, Dusche und WC, gute, vorschriftsmässige Bedingungen zum Käsen.»

Neubau unbedingt nötig

2014 leistete die Fussballlegende Hanspeter Latour in der TV-Sendung «SRF bi de Lüt» Hilfe zur Selbsthilfe. Das Pächterehepaar Stefan und Elisabeth Bühler aus Faltschen hatte Latour gebeten, ihnen zu helfen, den Neubau der sanierungsbedürftigen Alphütte im Gamchi voranzutreiben.

Nach einer emotional geprägten Versammlung der 20 an der Alpschaft beteiligten Personen stellten sie sich hinter das Neubauprojekt und erhielten von der Coop-Patenschaft einen Unterstützungsbeitrag von 180'000 Franken zugesichert an den auf 500'000 Franken budgetierten Neubau. Im August 2015 wurde die alte Hütte abgerissen und sofort mit dem Neubau begonnen, der vor zwei Wochen bezogen werden konnte.

Die Alp zählte 108 Kuhrechte, die wegen der topografischen Veränderungen zur Hälfte nicht mehr genutzt werden können. Auf der Alp weiden Kühe, Rinder, Schafe und Ziegen.

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