Hasliföhn verhinderte den Gauli-Überflug

Meiringen

Es hätte zum 70. Jahrestag der Rettung der Überlebenden des Dakota-Absturzes derselbe Flug mit demselben Flugzeugtypen über den Gauligletscher werden sollen. Ein Föhnsturm verunmöglichte aber das Abheben des Oldtimers.

Der Rekognoszierungsflug zeigt: Ein Abheben des Oldtimers Fieseler Storch ist unmöglich.

Vier Stunden zu lang blies er am Donnerstag, der Hasliföhn. Bei einem Rekognoszierungsflug zum Gauligletscher am Vormittag stellte der Chef des Gebirgsdetachements Fritz Teuscher rasch mal fest: «Zu heikel. Wenn plötzlich auch noch der Nebel reindrückt, haben wir da oben 20 Medienleute von der Umwelt abgeschnitten.»

Überflug des Storchs geplant

Plan A lautete, diese Journalisten – darunter ein Team des Schweizer Fernsehens – mit dem Schwerlasthelikopter Super Puma AS332 zum heutigen Standort des vor vier Jahren gefundenen Dakota-Propellers auf der Chammliegg auf 2450 Meter Meereshöhe zu fliegen und dort mit Blick auf den Gauligletscher und den dort aus dem Eis herausragenden Flügel eine Jubiläumsfeier abzuhalten.

Eine Feier zum 70. Jahrestag der weltweit ersten alpinen Luftrettung, die später in die Gründung der heutigen Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) führte. Und eine Feier, während der eine extra eingeflogene Fieseler Storch hätte über den Gauligletscher fliegen sollen.

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Indoor statt beim Gletscher

Die ausgesprochen turbulenten Föhnböen an der Chammliegg bewogen Fritz Teuscher schliesslich dazu, schweren Herzens «die Übung abzublasen» und vorzeitig wieder per Helikopter nach ­Meiringen zurückzukehren. Schliesslich musste Plan B hinhalten: Im Hangar 1 des Militärflugplatzes in Unterbach begrüsste Reiner Vondruska die Versammlung.

«Unser Verein darf auf eine grosse Unterstützung der Schweizer Armee und der Luftwaffe zählen. Dieser Support und dieses Gastrecht sind in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich», sagte der Präsident der Freunde der Fieseler Storch. «Gastgeber» und Flugplatzkommandant Reto Kunz hiess die «Alte Dame» mit der Nummer A-99 in seinem Hangar willkommen und fügte bei: «Unser Land gilt als Hochburg für Gebirgsrettungen. Dies verdanken wir auch euch, den Storchenfreunden.»

Gletscherflug im Frühling

Sascha Hardegger, Leiter Helikoptereinsätze der Rega, baute eine Brücke von damals zu heute: «Die Umsicht und das Risikomanagement, mit dem die Verantwortlichen am Vortag der Rettung zum Entscheid zur Bergung aus der Luft gelangt sind, ist das grösste Legat dieser ganzen Geschichte. Für uns ist diese Rettung heute noch ein leuchtendes Beispiel.»

Stefan Bitterle, Marketingchef der Fieseler-Freunde, kündigte am Donnerstag an, «dass wir im nächsten Frühjahr mit der Originalmaschine aus der Rettungsaktion vor 70 Jahren, der A-97, auf dem Gauligletscher landen werden». Die A-97 hatte jahrelang im Verkehrsmuseum Luzern gehangen und wurde jetzt in Polen frisch restauriert und flugbereit gemacht. Bereit für den Gauligletscher...

Berner Oberländer

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