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Heuen und Weiden am Abgrund

Mit dem 15. Kulturlandschaftspreis Oberland-Ost wurden das Gebiet Schwendi zwischen Gimmelwald und Mürren und die Alp Tschingelfeld ausgezeichnet.

Die Touristiker mit den Preisträgern (v.l.): Direktor Daniel Sulzer, Interlaken Tourismus; Claudia Schatzmann, Grossrat Ueli Abplanalp, Preisträger Ruedi von Allmen, Preisträger Simon und Sybille Grossmann, Antonietta Grosjean (TOI), Ueli Boss, Jungfrau-Region Tourismus AG; und Christian Hofer, Vorsteher Lanat. Foto: Anne-Marie Günter
Die Touristiker mit den Preisträgern (v.l.): Direktor Daniel Sulzer, Interlaken Tourismus; Claudia Schatzmann, Grossrat Ueli Abplanalp, Preisträger Ruedi von Allmen, Preisträger Simon und Sybille Grossmann, Antonietta Grosjean (TOI), Ueli Boss, Jungfrau-Region Tourismus AG; und Christian Hofer, Vorsteher Lanat. Foto: Anne-Marie Günter

Ein uralter Ahorn, kleine Gletschermühlen, weich bewachsene Quellen, Akelei, Türkenbund, Soldanellen, Butterblumen: Das steile Biodiversitätsparadies Schwendi von Ruedi und Cornelia von Allmen, eine landwirtschaftliche Nutzfläche, liegt vor dem Abgrund. Wenn der Gimmelwalder Landwirt mäht, sieht er tief unter sich das Lauterbrunnental.

Und etwas weiter oben die Schilthornbahn auf dem Streckenabschnitt Gimmelwald–Mürren. Ein weites, nur zu Fuss erreichbares hochalpines Wandertal, teils im Jagdbannbezirk Schwarzhorn, der mäandernde Giessbach, grüne Bänder über Felspartien, Lilien und Orchideen: Die Alp Tschingelfeld macht es ihren Bewirtschaftern, der Brienzer Familie Grossmann, nicht einfach: Die Weideplätze über den Felsen müssen jedes Jahr abgezäunt werden, damit das Vieh nicht verunglückt.

Vergabe an der IGA

Ruedi von Allmen und Sybille mit Sohn Simon Grossmann, der den Betrieb in einer Generationengemeinschaft mitführt, standen am Donnerstag auf der Folklorebühne im Kursaal Interlaken, Cornelia von Allmen und Paul Grossmann versorgten derweil die Tiere daheim im Stall. Der 15. Kulturlandschaftspreis der Regionalkonferenz Oberland-Ost wurde für einmal nicht in der ausgezeichneten Kulturlandschaft, sondern im Rahmen der Interlakner Gewerbeausstellung IGA vergeben. An einem Stand verkaufen Berglandwirte aus der Region ihre Produkte. Geschaffen wurde der Preis im Rahmen des Regionalen Landschaftsentwicklungskonzepts 2004, und die Tourismusorganisation Interlaken und die Jungfrau-Region Tourismus AG beteiligen sich am Preisgeld.

Gegenseitige Abhängigkeit

Grossrat Beat Kohler moderierte ein Gespräch zwischen TOI-Direktor Daniel Sulzer und Christian Hofer, Vorsteher des kantonalen Amts für Landwirtschaft und Natur. Unbestritten war die gegenseitige Abhängigkeit, denn der weitaus wichtigste Grund für den Besuch der Gäste sind Natur und Landschaft, und in einer kleinräumigen Landwirtschaft sind Arbeitsplätze im Tourismus nach wie vor wichtig.

Nach Hofer funktioniert die Unterstützung der Gesellschaft für die Landwirtschaft gut. «Mein Wunsch ist es aber, dass die Landwirte gutes Geld über die Produkte verdienen können», sagte er. Sulzer wünscht sich touristische Angebote wie Streichelzoos und erlebbare Bauernbetriebe von hoher Qualität.

Neben dem Preisgeld von 2500 Franken erhalten die Ausgezeichneten jeweils eine Sense. Auch wenn er Schwendi maschinell heut und emdet, kann Ruedi von Allmen sie gut gebrauchen, für Bachborte und rund um die Bäume. Auch bei Simon Grossmann wird sie im Einsatz sein, auf der Alp gäbe es immer etwas zu schneiden. Er war mit seinen Geschwistern von frühester Kindheit an auf der Alp, und es gab damals dort sogar eine Sommerschule für die Älplerkinder.

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