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SAC-Biwak von Lawine komplett zerstört

Eine Lawine hat das Mittelaletschbiwak hinter dem Jungfraujoch fast vollständig mitgerissen. Ob und in welcher Form das Biwak wieder aufgebaut werden kann, ist unklar.

Bruno Petroni
Vom hochalpinen Biwak sind nur noch zwei Seitenwände und der Lawinenkeil übrig geblieben.
Vom hochalpinen Biwak sind nur noch zwei Seitenwände und der Lawinenkeil übrig geblieben.
Peter Schwitter (RSD Aletsch)
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Eine Lawine hat das der SAC-Sektion Diablerets gehörende Mittelaletschbiwak fast vollständig mitgerissen. Entdeckt wurde der Schaden vorgestern von Peter Schwitter vom regionalen Sicherheitsdienst Aletsch, der mit dem Helikopter zufällig neben dem Biwak vorbeiflog. Die Lawine dürfte die mitten in der Felslandschaft unmittelbar südlich unter dem Dreieckhorn (3811 m) stehende Hütte bereits Mitte Januar zerstört haben.

Vom hochalpinen Biwak auf 3013 Meter über Meer sind nur noch zwei Seitenwände übrig sowie der Lawinenschutzkeil aus einer massiven Steinmauer. Hüttenwart Raymond Fontannaz: «Mir tat es im Herzen weh, die Überreste unserer Hütte so zu sehen.» Über die Höhe des finanziellen Schadens kann Fontannaz zurzeit nichts sagen. Es sei jetzt auch noch zu früh, bereits zu erwägen, ob, wo und in welcher Form das Biwak wieder aufgebaut werden könne.

«Wir haben immer gemeint, das Gebäude sei durch die darüberliegenden Felsen genügend geschützt. Ob an derselben Stelle etwas Neues erbaut werden kann, muss erst mal abgeklärt werden. Kommt hinzu, dass ein Ersatzbau heutzutage ein Vielfaches dessen kostete was der Bau des Biwaks vor 40 Jahren.» Ein Standort an einer anderen Stelle steht laut Hüttenwart Raymond Fontannaz ausser Frage.

Das 300 Meter über dem Mittelaletschgletscher thronende Mittelaletschbiwak mit 13 Schlafplätzen gehört zu den abgelegensten Hütten des SAC. Es wurde von Skitourengängern und Alpinisten vom Jungfraujoch her in fünf Stunden erreicht, ab Bettmeralp und Fiescheralp in etwa sechs Stunden.

Die einfache Hütte ohne elektrischen Strom diente Bergsteigern als Unterkunft für ihre Besteigungen von Dreieckhorn, Geisshorn, Aletschhorn oder Oberaletschhorn sowie für Bergtouren über die Geisslücke und Mittelaletsch. In guten Jahren übernachteten bis zu 400 Bergsteiger in diesem kleinen Refugium, das jetzt nicht mehr ist.

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