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Holzbildhauer aus aller Welt an der Arbeit

Fliegende Holzspäne, ratternde Motorsägen, Lärm von Hammer und Meissel: Holzbildhauer aus der ganzen Welt erschaffen derzeit am Quai und auf dem Cholplatz neue Skulpturen.

Lee Bohnenblust aus Leuzigen bearbeitet das harte Holz eines alten Apfelbaums intuitiv, ohne Skizze.
Lee Bohnenblust aus Leuzigen bearbeitet das harte Holz eines alten Apfelbaums intuitiv, ohne Skizze.
Monika Hartig

Seit Dienstag und noch bis morgen Samstag findet in Brienz das 6. Internationale Holzbildhauersymposium statt, organisiert vom Verein Kuna. Beworben hatten sich 57 Teams, deren 28 können teilnehmen.

Am Mittwoch ging es auf dem Cholplatz und den Quai entlang geschäftig zu und her: In der Hochsommerhitze schnitzten, meisselten und sägten Holzbildhauer aus aller Welt und aus der Region im Schweisse ihres Angesichts an Lärchen-, Zedern- oder Apfelbaumholz.

Bei ohrenbetäubendem Lärm der Motorsägen flogen die Späne und entstanden Skulpturen in der speziellen Formensprache der jeweiligen Länder wie etwa Iran, Sudan oder Argentinien. Zahlreiche Passanten schauten zu und fotografierten.

Bullenkopf und Abstraktes

So arbeitete etwa Dorjsuren Lkhag-vadorj aus der Mongolei an einem riesigen Bullenkopf und sagte: «Das Symposium ist eine tolle Chance, etwas Neues auszuprobieren. Sonst schnitze ich immer Pferde.» Kalina Pavlova aus New York schuf einen «magischen Fisch» mit einer Wunschbox.

Abstrakte Objekte aus alten Obstbaumstämmen, die er bei Bauern oder in Stadtgärtnereien findet, kreiert Künstler Lee Bohnenblust aus Leuzigen: «Ich arbeite intuitiv nach der Struktur des Holzes.»

Der Brienzer Holzbildhauer Rolf Blöchlinger sägte ein lachendes Paar aus zwei grossen Lärchenstämmen: «Die gute Laune ist ansteckend, die Skulpturen verkaufen sich bestens.» Einzigartige Bildhauerkunst zeigen etwa auch der Italiener Gianluigi Zeni, der reliefartig schöne Mädchen schnitzt und bunt bemalt, oder der Ägypter Nazi Rashid, der geschmeidige weibliche Rundungen ohne Kopf gestaltet.

Präsentation und Finissage

Markus Flück, Kuna-Vereinspräsident und Leiter der Schule für Holzbildhauerei Brienz, nimmt mit einer Skulptur der drei Weisheitsaffen, die nichts Böses hören, sehen oder sagen, am Symposium teil. Flück: «Der internationale Anlass ist jeweils ein voller Erfolg. Enorm wichtig ist der Austausch zwischen den Bildhauern, er inspiriert und fördert die Kreativität.»

Das Symposium wird am ­Samstagnachmittag mit der Präsentation der Skulpturen und der Finissage um 18.30 Uhr den Höhepunkt erreichen. Jeder Bild-hauer wird sich vorstellen, danach stehen die Kunstwerke zum Verkauf bereit.

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