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«Ich bin so, wie ich bin»

Nach seinem Erstling «Buntes lohnendes Leben» hat Autist Dominic Müller (23) sein zweites Buch «Ich bin so, wie ich bin» herausgebracht.

Dominic Müller liest aus seinem neuen Buch vor. Seine Mutter Erika Müller hält das Mikrofon.
Dominic Müller liest aus seinem neuen Buch vor. Seine Mutter Erika Müller hält das Mikrofon.
Monika Hartig

«Ich wünsche mir, dass ihr die Menschen so akzeptiert, wie sie sind. Wie wollt ihr einen, der nicht richtig tickt, akzeptieren, wenn ihr Normalen euch nicht annehmt?» Mit diesen Worten auf Leinwand begrüsste Autor Dominic Müller die etwa 140 Gäste im Hotel Bären Wilderswil. Dort fand die Vernissage von Müllers neuem Buch «Ich bin so, wie ich bin» statt.

Das Duo Jenny und Ueli Zurbuchen eröffnete den Anlass mit Panflöte und Trompete. Motoriktherapeutin Dora Heimberg las die Botschaft des Autors vor: «Ich klopfe mir selbst auf die Schulter, dass ich das Buch geschafft habe. Denn ich bin Autist. Es laufen ganz viele Sender auf einmal in meinem Kopf, es brummt wie in einem ­Bienenstock. Ertragt das mal 24 Stunden lang!»

Gestützte Kommunikation

Dominic Müller konnte mit Lernbegleitung die normale Schule ­besuchen und schreibt unterhaltsam, tiefgründig und witzig. Doch um Gespräche zu führen, braucht er eine Berührung der Hand und eine Buchstabentafel, auf der er die Wörter mit dem Finger zeigt. Mit viel Geduld und Mühe übte Mutter Erika Müller vor 19 Jahren mit dem Sohn die gestützte Kommunikation ein. Sie war es auch, die Dominic immer wieder Druck machte und ihn ermutigte, sein Werk fertigzustellen. Dieses ist im Cameo-Verlag Bern erschienen. Dort publiziert auch der Hypnoseexperte Gabriel Galacios. Zu ihm kam Dominic in die Therapie, um ungestützt schreiben zu lernen. Galacios: «Ich weiss, Dominic, du hörst mich jetzt, wenn auch noch auf zehn anderen Kanälen.» Dominic erlebe alle unsere Gedanken mal tausend, eine besondere Gabe. Wichtig sei, solchen Menschen eine Stimme zu geben. «Wer Dominics Buch gelesen hat, weiss, was Toleranz bedeutet.»

Musik als Seelenretter

Motoriktherapeutin Dora Heimberg sprach von ihrer Körperarbeit mit Dominic und über das Buch: «Dominic macht sich viele Gedanken über Behinderung, Normalität oder Vorurteile gegen Autisten.» Der Wunsch nach ­Akzeptanz ist der rote Faden des Werks. «Für Dominic ist Musik ein Seelenretter, ohne sie ist für ihn alles öde und leer.» Er liebt Schlager von Hansi Hinterseer oder das Rimo-Quintett.

Humorvoll schreibt Dominic über seine Familie: «Ich liebe ­meine beiden Schwestern sehr. Sie leben noch zu Hause, so habe ich gute Unterhaltung. Denn die beiden fechten auch Hahnenkämpfe um ihre Weiblichkeit aus.» Einige Passagen las Dominic, zum Erstaunen der Zuschauer, flüssig und gut verständlich vor und genoss den Applaus. Beim Apéro wollten viele Zuhörer mit Gabriel Galacios sprechen.

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