In nur 5 Stunden durch den See

Sie tat es, weil sie Lust darauf hatte: Tanja Bigler aus Unterseen schaffte es als eine von wenigen Frauen, den Thunersee der Länge nach zu durchcrawlen. Die Hobbysportlerin tat dies in einer beachtlichen Zeit.

Im Angesicht des Niesen crawlt Tanja Bigler durch den Thunersee.

Im Angesicht des Niesen crawlt Tanja Bigler durch den Thunersee.

(Bild: zvg)

Jürg Spielmann

28 Jahre nach der Premiere von «Berner Oberländer»-Reporter Bruno Petroni schaffte Tanja Bigler am Mittwochnachmittag, was bislang nicht mancher Frau gelungen ist: Sie durchschwamm den Thunersee der Länge nach. Für die 17,5 Kilometer vom Neuhaus in Unterseen bis zum Thuner «Strämü» war die Hobbyschwimmerin lediglich 5 Stunden, 6 Minuten und 47 Sekunden im mit 18 Grad angenehm warmen Wasser. Das entspricht einem Kilometerschnitt von weniger als 18 Minuten.

Ohne Sondereffort gestartet

«Ich bin sehr zufrieden», resümierte die 29-jährige Unterseenerin nach Erreichen des unteren Seebeckens. Tanja Bigler, die in der Jugendasylbetreuung tätig ist, bereitete sich nicht speziell auf ihre strapaziöse Herausforderung vor, sondern schwamm wie üblich ihre «ein bis drei Trainings pro Woche».

Begleitet wurde sie von ihrer Ex-Trainerin vom Schwimmklub Bödeli, Elena Armbruster, von Bootsführer Peter Baumer und ihrer Mutter Christa Bigler. Das Trio versorgte die Schwimmerin nicht nur mit zünftig Motivation, sondern auch mit ausreichend Energiespendern.

Tanja Bigler hielt sich im See mit Bananen, Powergels und isotonischen Getränken bei Kräften. Doch nicht nur damit: Sowohl vor Merligen als auch im Ziel stärkte sie sich mit Gerstensuppe aus Mutters Kochtopf. «Ohne die Unterstützung des Begleiterteams hätte sie es nicht geschafft», weiss sie.

Wenns nicht vorwärtsgeht

«Bis Gunten war der See ruhig, dann hatte ich mit der aufkommenden Strömung und den Wellen zu kämpfen.» Hart sei es ganz am Schluss gewesen, erzählt die Bödelerin, die in einem isolierenden Anzug geschwommen ist. «Auf den letzten beiden Kilometern hatte ich das Gefühl, als würde ich rückwärts schwimmen.»

Die Frage, wieso sie sich die Seequerung angetan habe, beantwortet Tanja Bigler kurz und bündig: «Ich hatte einfach Lust dazu.» In näherer Zukunft hat sie sich kein neues Ziel gesetzt. «Es wird aber sicher etwas folgen . . .» Vor ihr war die Längsquerung bereits Langdistanzschwimmerin Sabrina Wiedmer (27) aus Steffisburg sowie der britischen Open-Water-Spezialistin Kate Todd gelungen.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt