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Internationaler Einsatz auf der Alp

45 Ranger und Junior-Ranger aus ganz Europa trafen sich diese Woche zum internationalen Junior-Ranger-Camp in Habkern. Am Mittwoch stand Entbuschen einer Alpweide auf demProgramm.

Jugendliche und Ranger aus ganz Europa halfen beim Entbuschen einer Alpweide – mit bester Aussicht auf den Hohgant.
Jugendliche und Ranger aus ganz Europa halfen beim Entbuschen einer Alpweide – mit bester Aussicht auf den Hohgant.
Sibylle Hunziker

«Streng!», antwortet die 16-jährige Rinske auf die Frage, wie sie die Arbeit mit der «Stude-Schäri» findet, und die anderen Junior-Ranger stimmen lachend zu. «Auch das Bergaufgehen bin ich nicht gewöhnt – bei uns ist alles flach.» Rinske gehört zur Dele­gation des niederländischen Schutzgebiets Drents-Friese Wold – einer von zwölf, die diese Woche für das internationale Junior-Ranger-Camp nach Habkern gereist sind.

Ähnliche Probleme

Von Italien bis Norwegen und von England bis Rumänien sind Delegationen von Nationalparks und anderen Naturschutzgebieten gekommen, pro Schutzgebiet je zwei 13- bis 18-jährige Jugendliche und ein Ranger. Auf dem Programm stehen neben dem Erfahrungsaustausch Einblicke in die Berner Oberländer Natur, ihren Schutz und ihre Nutzung – mit Besuchen bei der Alpkäserei Heubühlen, beim Alphornbauer und beim Schnitzer Ernst Zurbuchen ebenso wie im Tourismusort Interlaken und bei den Kraftwerken Oberhasli.

Am längsten in Erinnerung bleiben aber wohl die gemeinsamen Erlebnisse beim Wandern in den Bergen und beim Schwimmen im See, beim Haushalten im Ferienheim Alpenruh und beim Arbeitseinsatz auf der Alp.

Gemeinsames Engagement

Das Problem des Verbuschens ­artenreicher, traditionell bewirtschafteter Landwirtschaftsflächen muss der Lombachalp-Ranger Lukas Frei nicht lange erklären. Denn überall in Europa arbeiten immer weniger Menschen in der Landwirtschaft, sodass die Nutzung dort, wo es finanziell am wenigsten rentiert, stark reduziert wird. Eindruck machen den Gästen deshalb die Alpkorporationen, die Habkerns Moorlandschaft bewirtschaften. «Bei uns werden die artenreichen Wiesen zum Teil gar nicht mehr bewirtschaftet», berichtet Anda Andrušaite, die im Nationalpark Gauja – dem ältesten und grössten Lettlands – für Wissensvermittlung zuständig ist. «Deshalb muss der Park für ihre Erhaltung sorgen», sagt sie. Bisher sei gemäht worden, künftig wolle man eine Beweidung mit Rindern und Pferden auspro­bieren.

Obwohl es der heisseste Tag der Woche ist, nehmen sich die Junior-Ranger auf der Hinteren Widegg an ihrem einheimischen Vorarbeiter Werner Zurbuchen ein Beispiel: Entschlossen rücken sie den zähen Wacholderbüschen zu Leibe, die auf der Alpweide das Gras und Blumen wie die Arnika zu verdrängen drohen. Nach dem Tagwerk sind sie bei Christian Tschiemer in der Alphütte zum Zvieri mit Alpkäse eingeladen. Und auch wenn die strenge Arbeit müde macht, haben die Jugendlichen, die zu Hause an Naturbeobachtungen und Pflegeeinsätzen mit den Rangern üben, immer noch offene Augen für die schöne Landschaft.

Das Lager, das seit 16 Jahren jedes Mal in einem anderen europäischen Land durchgeführt wird, findet zum ersten Mal in der Schweiz statt. Organisiert wurde das von Sponsoren aus der Region unterstützte Programm von Lukas Frei zusammen mit weiteren Freiwilligen und der Europarc Federation.

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