Iris Labus kam, sah und siegte

Beatenberg/Usedom

Die Beatenberger Musherin Iris Labus nahm am ersten Schlittenhunderennen auf Sand auf der deutschen Ostseeinsel Usedom teil und gewann in ihrer Kategorie.

In voller Fahrt am Strand von Heringsdorf – Iris Labus aus Beatenberg realisiert in ihren beiden Läufen Bestzeit.<p class='credit'>(Bild: ksm-fotografie)</p>

In voller Fahrt am Strand von Heringsdorf – Iris Labus aus Beatenberg realisiert in ihren beiden Läufen Bestzeit.

(Bild: ksm-fotografie)

Rund 160 Schlittenhunde starteten in vier Kategorien (Velo, Roller-Scooter, B1 bis sechs Hunde und C1/C2 mit drei oder vier Hunden) und nahmen die rund 5 km lange Strecke von der Heringsdorfer Seebrücke nach Ahlbeck und wieder zurück unter die Pfoten. Iris Labus aus Beatenberg schaffte die Strecke, die auf dem Hinweg das Meer entlang auf nassem, gehärtetem Sand und auf dem Rückweg durch weichen Sand führte, als Schnellste in ihrer Kategorie C2 mit vier ­Hunden. Sie realisierte in beiden Läufen Bestzeit. «Meine Grönlandhunde sind auf dem ungewohnten Untergrund ganz toll gelaufen», freute sich die strahlende Siegerin.

Sand oder Schnee

Angesichts der vielen wegen Mangels an Schnee abgesagten Schlittenhunderennen in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland in diesem Winter stellt sich die Frage, ob Sand der neue Schnee im Schlittenhundesport ist. Und inwiefern ist Schnee mit Sand vergleichbar? «Gar nicht!», sagt einer, der es wissen muss: Wolf-Dieter Polz, Präsident des Sportvereins Reinrassiger Schlittenhunde Deutschland e. V. und Cheforganisator von Baltic Lights.

Dieses Rennen auf Sand sei sicher sehr erfolgreich gewesen, aber nicht vergleichbar mit einem Rennen auf Schnee. Bei Schneerennen werde der Schnee mit einem Loipengerät derart festgepresst, dass bei einigermassen guten Verhältnissen weder Schlittenkufen noch Hunde einsinken könnten, erklärt Polz. «Im aufgewühlten Sand jedoch sinken sowohl Hunde als auch Sportgeräte ein. Das ist kraftraubend und geht zulasten der Geschwindigkeiten.»

Zudem staubt trockener Sand und wird vom Wind verweht. Leider oft in die Mäuler und Augen der hinten laufenden Hunde. Allerdings ist Sand hundepfotenfreundlicher als Schnee, der in angefrorenem Zustand schon mal Pfoten ver­letzen kann. Wäre Sand die einzige Alternative zum Schnee, würden die attraktiven Schlittenhunderennen, sollte das Klima sich weiter erwärmen, über kurz oder lang aus dem Alpenraum verschwinden. Aus Schlittenhunden würden dann Wagenhunde.

Wie weiter?

Für Albert Kruker, Direktor von Lenk-Simmental Tourismus, ist das Internationale Schlittenhunderennen an der Lenk ein «wichtiger Winterhöhepunkt für die Region, der viele Gäste anzieht». Ob man damit in höhere, schneesichere Regionen ausweichen sollte, sei zu prüfen. «Das wäre eine logistische Herausforderung», sagt Kruker. Ähnliche Überlegungen macht man sich auch in Kandersteg, wo am letzten Wochenende der zweite Renntag des Schlittenhunderennens mit den Schweizer Meisterschaften abgesagt werden musste.

Für Wolf-Dieter Polz ist es nicht die Frage, ob Schnee oder Sand. Vielmehr sollten die Ver­anstalter von Schneerennen neben der Schneepiste eine taugliche Wagenpiste präparieren, auf welche im Bedarfsfall zurückgegriffen werden kann. Denn «Wagenrennen können auch bei Dauerregen durchgeführt werden», stellt Polz fest, der sich auch mit Wagenrennen auskennt und nach eigenen Angaben nicht ganz unschuldig ist am Schlittenhunde-Wagenrennen in Thun. Mit einer alternativen, schneeunabhängigen Ersatzstrecke wäre der grosse Aufwand für die Organisation solcher Schlittenhunderennen wegen Schneemangels nicht mehr für die Katz.

Berner Oberländer

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