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Jugendfrische Steilkurve im Quartett

Beim Swiss Chamber Music Festival ging am Freitagabend das drittletzte Konzert über die Bühne, welche neu und mit Erfolg auch der regionalen Musikschule offensteht.

Hinterliess einen nachhaltigen Eindruck: Das Gardan Quartet mit Jakub Przybycien, Jacek Swica, Dominik Klauser und Alessandro Sica (v. l.).
Hinterliess einen nachhaltigen Eindruck: Das Gardan Quartet mit Jakub Przybycien, Jacek Swica, Dominik Klauser und Alessandro Sica (v. l.).
Ursina Humm

Es ist ungemein erfreulich, dass diverse Oberländer Festivals vermehrt Konzerte und Workshops für und mit Kindern in ­ihre Programme aufnehmen. Kinder sind das zukünftige Publikum oder die zukünftigen Musiker, sie lassen reifen, was gesät wurde, und sie werden weiterleben lassen, was andere einst begonnen haben. In diesem Sinne hat auch das Swiss Chamber Music Festival dieses Jahr die Zusammenarbeit mit der regionalen Musikschule Musika rea­lisiert. (Siehe Infobox).

Ganz eigenen Ravel erschaffen

Der Freitagabend war ebenfalls ganz der Jugend gewidmet, nämlich einem Preisträgerquartett der Orpheus Swiss Chamber ­Music Competition. Das Gardan Quartet, bestehend aus Jakub Przybycien und Jacek Swica (Violinen), Dominik Klauser (Viola) und Alessandro Sica (Cello), legte eine veritable Steilkurve auf die Bretter der reformierten Kirche.

Noch etwas verhalten und sich in der Intonation erst findend, aber dennoch voller Tiefe und äusserst klangschön musizierten die vier zu Beginn Beethovens Streichquartett Nummer 4 in c-Moll aus dem Jahr 1799. Darauf folgte erst mal ein verschmitzt aufgelegter Alexander van Wijnkoop, seinerzeit Dozent an den Konservatorien Bern und Luzern und absolute Kammermusik-Koryphäe.

Als Moderator angekündigt, nahm er das folgende zeitgenössische Werk, vom Komponisten Thomas Demenga selber scherzhaft «Opus One» getauft, sowie das Gardan Quartet derart geistreich auf die Schippe, dass die beiden Sätze «Cool» und «Final» beinahe mit Händen zu greifen und sämtliche erläuterten Pointen in Form von Fingerschnippen, lupenreinen Dissonanzen und schon fast sakral anmutenden Akkordgebilden in der tadellosen, dynamischen Darbietung problemlos wiederzuerkennen waren.

Der jugendfrische Festivalabend wurde von Maurice Ravels Streichquartett in F-Dur abgerundet. Und noch einmal legte das Gardan Quartet einen Zahn zu. Technisch überlegen, klanglich brillant und in absoluter Ausgewogenheit der vier Stimmen meisterten die jungen Musiker jegliche klangliche und rhythmische Komplexität und motivische Vielfalt und schufen so ihren ganz eigenen Ravel, der restlos überzeugte.

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