Junge Kletterer in der Wand der Weltelite

139 junge Sportkletterer nahmen gestern am Mammut-Youth-Climbing-Cup in der Tennishalle von Meiringen teil. An der gleichen Boulderwand, an der die Weltelite an den Vortagen gekämpft hatte.

Ein grosser Schritt zum Sieg: Joëlle Niederberger aus Oberhofen gewann den Mammut-Youth-Climbing-Cup bei den U-16-Damen.

Ein grosser Schritt zum Sieg: Joëlle Niederberger aus Oberhofen gewann den Mammut-Youth-Climbing-Cup bei den U-16-Damen. Bild: Anne-Marie Günter

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Es sei der würdige Abschluss von drei grossartigen Klettertagen, sagte gestern Speaker Jan Christen in der Tennishalle Meiringen. An der Boulderwand waren junge Sportkletterer unterwegs zu ihrem Topgriff. 10- bis 12-jährige Jungen und Mädchen aus der ganzen Schweiz, die am Mammut-Youth-Climbing-Cup teilnahmen.

«Es ist cool, an der Wand zu klettern, an welcher der Weltcup stattgefunden hat», sagte Jonas Utelli aus Thun zwischen der Qualifikation und dem Final. Er chillte zusammen mit Kollege Louis Guinand aus Zürich auf einem Sofa in der benachbarten Kletterhalle. Draussen in der Natur, da waren sich die beiden jungen Boulderer einig, ist Klettern auch sehr schön. Richtig cool wars dann auch, dem jungen Thuner im Final zuzusehen: Elegant und überlegt erreichte er scheinbar mühelos die Topgriffe auf den vorgegebenen Routen. Wäre er in der Qualifikation nur einen Hauch besser gewesen, hätte es zum Sieg in der Kategorie U-16 gereicht, so wars dann der zweite Platz von 29 Teilnehmern in der Kategorie U-16.

Den ersten Platz bei den Damen sicherte sich Teamkollegin Joëlle Niederberger aus Oberhofen. Die beiden jungen Sportler gehören zum SAC-Regionalkader Sportklettern Berner Oberland, das Marcel Mäx Grossmann trainiert. Mit Liv Egli brachte er eine dritte Athletin in den Final der 36 Besten. «Ich habe mir kein Ziel gesetzt, sondern einfach mein Bestes gegeben», sagte Joëlle nach dem Erfolg. Den World Cup am Vortag hat die junge Sport­lerin, die das Gymnasium Interlaken besucht, auf dem Live­stream verfolgt. Nicht ganz gut verlief der Cup für die jungen Oberhasler Kletterer: Keiner der sieben kam in den Final.

Dafür haben die Oberhasler als Helferinnen und Helfer alles gegeben: Von den jungen Tombolalosverkäufern über die Griffwischer bis zu den Betreuern in der «Isolation», wo die Wettkämpfer warten müssen, damit sie sich die Lösungen in der Wand nicht schon vorher überlegen oder auch abschauen können. Wartezeiten zwischen Quali und Final konnten sich die jungen Wettkämpfer auch mit Spielen überbrücken, insbesondere mit den abwechslungsreichen Cuboro-Würfeln.

Nächstens in Moskau und Tokio: Der IFSC-Weltcup macht oft in Weltstädten halt. Nach der Meinung von Christian Willi, OK-Präsident des Haslital Mountain Festival, kann und will Meiringen dabei auch in Zukunft mithalten. «Die Athleten kommen sehr gerne zu uns», sagt er. Die Anzahl Teilnehmer ist eher steigend, und am Weltcup-Final ist die Halle mit gegen 2000 Besuchern berstend voll. Zum guten Ruf trägt auch die Umgebung bei: Die Kletterberge in Kalk und Granit sind hier nach Meinung des Bergführers einmalig. Trotzdem sagt er: «Die Zukunft geht über Plastik.» Das heisst, der SAC wird über die Boulder- und Kletterhallen den gewünschten Nachwuchs be­kommen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.04.2018, 14:46 Uhr

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