«Junge Leute müssen ihr Instrument lieben»

Interlaken

Das 2. Sinfoniekonzert im Rahmen der Interlaken Classics war wie eine Mottoshow mit Variationen über ein einziges Thema – hier Mozart und die Lichttonart C-Dur.

Der Geigenpädagoge und sein Nachwuchstalent: Zakhar Bron und Elea Nick.

Der Geigenpädagoge und sein Nachwuchstalent: Zakhar Bron und Elea Nick.

(Bild: Orith Tempelman)

C-Dur wird meist als hell, klar und festlich bezeichnet, auch als Lichttonart. Für Zuhörer und Interpreten bedeutet dies, dass sowohl beim aktiven Interpretieren wie beim passiven Konsumieren der Stimmungspegel meist in angenehme Höhen steigt. Jedenfalls sei während der Proben viel gelacht worden, sagte eine der jungen Musikerinnen.

Hell, klar und festlich wurde es gleich zu Beginn des Konzerts mit Mozarts Concertone für zwei Violinen und Orchester – ein Mittelding zwischen einem «echten» Konzert und einer Sinfonia concertante. Beide Violinen spielen zwar solistische Passagen, können dabei aber nicht so brillieren wie bei einem Concerto. Trotzdem muss es für die 17-jährige Elea Nick eine grosse Ehre gewesen sein, zusammen mit ihrem Mentor Zakhar Bron auftreten zu dürfen.

Nur für die Besten

In seine Violinakademie nimmt Geigenpädagoge Zakhar Bron nur die Besten des weltweiten Nachwuchses auf. «Die jungen Leute müssen ihr Instrument lieben und natürlich ein von Gott gegebenes Talent haben», sagt der Violinist, zu dessen Vorzeigeschülern unter anderem Daniel Hope, David Garrett und Maxim Vengerov zählten.

Als er die Schweizerin Elea Nick zum ersten Mal gehört habe, habe er ihre innere Kraft gespürt und sei sich sicher gewesen, dass dies zu einer regelrechten Explosion führen würde – und er habe recht behalten, sagt Zakhar Bron.

Schräge Töne

Explosiv spielte auch die dritte Solistin des Konzerts, die deutsch-japanische Pianistin ­Alice Sara Ott, die bereits auf eine internationale Karriere zurück- und höchstwahrscheinlich auch vorwärtsblicken kann.

Das oft als «Klavierkonzert Elvira Madigan» bezeichnete mozartsche Konzert Nr. 21 spielte sie mit viel Feuer und grosser Sensibilität. Reizvoll waren vor allem auch die eigenwilligen Kadenzen mit ungewohnt schrägen Tönen.

Leider war der Klang des Steinway-Flügels auch ziemlich schräg – gedämpft in den hohen, leicht scheppernd in den tiefen Lagen. Die zweite Hälfte des dem russischen Cellisten Mstislaw Rostropowitsch gewidmeten Konzerts war Mozarts letzter Sinfonie gewidmet, bekannt als Jupiter-Sinfonie.

Das seinerzeit als «höchster Triumph der Instrumentalkomposition» gefeierte Werk wurde von den Nachwuchstalenten sehr schön und präzise interpretiert, obwohl vor allem den tiefen Stimmen über weite Strecken vom Dirigenten kein Einsatz signalisiert wurde.

Das weitere Programm:
Samstag, 1. April, 19 Uhr, Victoria-Jungfrau,Meisterkonzert David Geringas, Violoncello;
Sonntag, 2. April, Lindner Grand Hotel Beau Rivage, 14 Uhr «Nachtmusik»/«Zauberflöte» – Mozart für Kinder, 17 Uhr «Die vier Jahreszeiten» – Vivaldi für Kinder;
Samstag, 8. April, 18 Uhr, Kirche in Unterseen, Abschlusskonzert Meisterkurs Violoncello;
Sonntag, 9. April, 17 Uhr, Kirche Grindelwald, Kammermusik mit Stars von morgen; Gründonnerstag, 13. April, 19.30 Uhr, Schlosskirche Interlaken, Trompete und Orgel mit Reinhold Friedrich und Helmut Freitag;
Karsamstag, 15. April, 10.30Uhr, Congress Centre KursaalInterlaken, Matinee: eine Hommage an die spanische Musik;
­Ostersonntag, 16. April, 17 Uhr, Con­gress Centre Kursaal Interlaken, Sinfoniekonzert 3: Zakhar Bron Festival Orchestra mit Mayuko Kamio, Violine;
Ostermontag, 17. April, 19.30 Uhr, Kunsthaus Interlaken, Abschlusskonzert Meisterkurs Trompete;
Donnerstag, 20. April, 19.30 Uhr, Victoria-Jungfrau, Jubiläumskonzert Zakhar Bron;
Samstag, 22. April, 18 Uhr, Haus der Musik, Interlaken, Abschlusskonzert Meisterkurs Violine.

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