Grindelwald

Jungfraubahn hat Aktienkurs unzulässig beeinflusst

GrindelwaldDie erfolgreiche Bergbahnengruppe Jungfraubahn soll mehrfach per Jahresende den Aktienkurs manipuliert haben. Diesen Vorwurf erhebt die Finanzmarktaufsicht.

Die Jungfraubahn ist in den letzten Jahren stark gewachsen und hat vor allem vom Touristenboom aus Asien profitiert.

Die Jungfraubahn ist in den letzten Jahren stark gewachsen und hat vor allem vom Touristenboom aus Asien profitiert. Bild: Bruno Petroni

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30. Dezember 2016, der letzte Handelstag des Jahres. Die Aktie der Jungfraubahn Holding schliesst mit einem deutlichen Tagesverlust von 3,9 Prozent. So schrumpft das Kursplus für das gesamte Jahr auf 2,8 Prozent. Ähnliches passierte bereits an den letzten Handelstagen 2014 und 2015.Das war offenbar Ziel der von Urs Kessler geführten Jungfraubahn Holding. Denn die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) wirft dem Unternehmen vor, gegen das aufsichtsrecht­liche Verbot der Marktmanipulation verstossen zu haben. Dies mit Börsenaufträgen für umfangreiche Verkäufe der Aktien aus dem Eigenbestand. Um zum ­Jahresende jeweils für einen gezielten Kursrückgang zu sorgen.

Die Finma hat ihr Verfahren abgeschlossen, nachdem die Jungfraubahn Massnahmen umgesetzt hat, um die Abläufe und internen Kontrollen beim ­Handel mit eigenen Aktien zu verbessern. Ob es bereits vor 2014 zu Marktmanipulationen kam, lässt die Behörde offen, da sie erst seit 2013 die Kompetenz zur allgemeinen Marktaufsicht hat.

«Gegen Kursspekulation»

Die Jungfraubahn räumt in einem Communiqué ein, sie habe bis 2016 jeweils per Ende Jahr Massnahmen zur Kursstabilisierung ergriffen. Das Ungewöhnliche an der Manipulation ist, dass der Aktienkurs nach unten gedrückt wurde. Im Communiqué schreibt die Bahn, sie sehe sich dafür verantwortlich, die wirtschaftliche Unabhängigkeit zu wahren und den regionalen Wirtschaftsstandort zu sichern. Im schwierigen touristischen ­Um­feld setze sie sich dafür ein, nicht als Spekulationsobjekt wahrgenommen zu werden.

Der Hintergrund: Die Jungfraubahn ist in den letzten Jahren stark gewachsen und profitiert geschickt vom Touristenboom aus Asien. In diesem Umfeld weckte sie das Interesse von ­Investoren aus dem Ausland. So ist der Aktienkurs von Anfang 2014 bis Ende 2016 – trotz der Marktmanipulation – von 66 auf 97 Franken gestiegen. Inzwischen sind es 147 Franken.

Unklar ist, wer die Kursmanipulation angeordnet hat. Und ob der Verwaltungsrat darüber informiert war. Präsident ist der St. Galler Uniprofessor Thomas Bieger, Vizepräsident Ueli Winzenried, der Chef der Gebäudeversicherung Bern. Die GVB ist die zweitgrösste Aktionärin nach der Berner Kantonalbank. ()

Erstellt: 13.09.2018, 22:18 Uhr

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