Zum Hauptinhalt springen

Kanton bekämpft Rotbandkrankheit mit Feuer

Das Amt für Wald testet eine neue Methode, um die Rotbandkrankheit zu bekämpfen: Junge Föhren, die von der Pilzkrankheit befallen sind, werden stehend kontrolliert abgebrannt. Diese Methode ist eine Premiere.

Normalerweise werden die von der Rotbandkrankheit befallenen Bäume gefällt und vor Ort verbrannt.
Normalerweise werden die von der Rotbandkrankheit befallenen Bäume gefällt und vor Ort verbrannt.
Marco Zysset

Am Chirel-Bach in der Gemeinde Diemtigen sind junge Föhren auf einer Fläche von 40 Aren von der Rotbandkrankheit befallen. Die Rotbandkrankheit ist ein Pilz. «Dieser gilt als besonders ge­fährlicher Schadenorganismus, der bekämpft werden muss, damit er sich nicht auf die um­liegenden Schutzwälder aus­breiten kann», schreibt die kantonale Volkswirtschaftsdirektion in einer aktuellen Mitteilung. Das Amt für Wald sieht deshalb vor, in den kommenden Wochen die jungen Bäume mit einem ge­planten und kontrollierten Feuer flächig zu verbrennen.

«Da es sich um einen isolierten Wald an einem Gewässer handelt, kann der Brand gut kontrolliert werden», verspricht der Kanton Bern.

Wetter gibt den Termin vor

Das Abbrennen wird in der Zeit bis Ende November an einem Tag stattfinden, der bezüglich Wetter und Feuchtigkeit geeignet ist. Wie es gestern auf Anfrage bei der Kommunikation Kanton Bern hiess, wird je nach Bedingungen sehr kurzfristig über die Abbrennaktion entschieden. In den nächsten Tagen dürfte es indes noch nicht so weit sein, da es derzeit zu feucht sei. Zudem sei Niederschlag prognostiziert. Ge­leitet wird die Aktion von den Waldbrandverantwortlichen des Amts für Wald, die von der Feuerwehr Diemtigen unterstützt werden. «Es besteht kein Risiko für die Bevölkerung und die um­liegenden Wälder. Die Diemtigtalstrasse wird während der Aktion zwischen Katzenlochbrücke und Horboden gesperrt», in­formiert der Kanton weiter.

In der Schweiz neuartig

Das Amt für Wald prüft mit diesem Versuch, ob die Rotbandkrankheit bei günstigen Be­dingungen mit einem kontrollierten Feuer nachhaltig bekämpft werden kann. Die Methode sei in andern Ländern gängig, in der Schweiz bisher aber nicht verbreitet. Normalerweise werden die von der Rotbandkrankheit befallenen Bäume gefällt und vor Ort verbrannt. Bei einem kontrollierten Waldbrand werden die Bäume stehend verbrannt. Die Verantwortlichen des Amts für Wald erwarten, dass mit diesem Vorgehen mehr Nadeln vernichtet werden können.

Im Vorfeld hat das Amt für Wald die Gemeinde Diemtigen, weitere beteiligte Institutionen und In­teressenverbände wie Umweltorganisationen zu der geplanten Aktion befragt. Die Befragten haben dem Konzept zugestimmt. Die notwendigen Bewilligungen liegen laut der Volkswirtschaftsdirektion vor.

pd/jss

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch