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«Keine Probleme» im Asylzentrum

Die im Vorfeld geäusserten Ängste und Sorgen der Bevölkerung zum Bundesasylzentrum haben sich nach vier Monaten Betrieb nicht bestätigt. Teile der Bevölkerung en­gagieren sich freiwillig, die Hotline wurde bisher kaum genutzt.

Das Bundesasylzentrum in Boltigen wurde in der ehemaligen Armeeunterkunft beim Bahnhof eingerichtet.
Das Bundesasylzentrum in Boltigen wurde in der ehemaligen Armeeunterkunft beim Bahnhof eingerichtet.
ksm-fotografie

Laut dem Staatssekretariat für Migration (SEM) läuft der Betrieb im Bundesasylzentrum (BAZ) in Boltigen reibungslos. Seit dem Einzug der ersten Asylsuchenden im letzten Dezember schwanke die Zahl der in Boltigen untergebrachten zwischen 20 und 35 Personen.

«Da sich die Asylsuchenden im Durchschnitt nur während weniger Wochen im BAZ aufhalten, ändert sich die Belegung laufend», so das SEM. In Boltigen halten sich sowohl allein reisende Männer und Frauen sowie Familien auf. Das SEM informierte auf Anfrage, dass die Asylsuchenden schwerpunktmässig aus den Ländern Guinea, Eritrea, Somalia und Nigeria stammen.

«Absolut keine Probleme»

Fred Stocker (SVP), Gemeinderatspräsident von Boltigen und Behördenvertreter in der Begleitgruppe des BAZ Boltigen, bestätigte gegenüber dieser Zeitung: «Wir haben bis und mit jetzt keine Probleme, Reklamationen oder Beanstandungen im Zusammenhang mit den Asylsuchenden.» Bisher waren die Asylsuchenden in Boltigen anscheinend eher unauffällig. Dies bestätigt auch Silvia Bichsel, in deren Dorfladen in der Nähe des BAZ die Asylsuchenden regelmässig einkaufen.

Bichsel hält fest, dass sie bis dato «ausschliesslich gute Erfahrungen» mit ihnen gemacht habe, und betont, sie seien «freundlich und anständig». Das SEM lobt zudem die «sehr gute Zusammenarbeit» mit den Boltiger Behörden und fügt hinzu, dass die Asylsuchenden auch dank des Engagements von Freiwilligen beschäftigt würden.

Unterwegs auf Langlaufskiern

Da das erste gemeinnützige Beschäftigungsprogramm für die Asylsuchenden erst im April startet, haben sich freiwillige Boltigerinnen etwas einfallen lassen. Anna Bieri, die Boltiger Gemeinderätin für Gesundheit und Soziales sowie Chefin der Begleitgruppe, hat unabhängig von ihrer Funktion via SMS in dieser Zeitung Langlaufskier für die Asylsuchenden gesucht.

«Das Echo war überwältigend», sagt Bieri erfreut. Über fünfzehn Langlaufausrüstungen habe sie dadurch bekommen. Solange es von den Bedingungen her möglich war, sei sie regelmässig mit Asylsuchenden langlaufen gewesen. Dank des Engagements von Freiwilligen kamen die Asylsuchenden auf ähnliche Weise auch zum Schlitteln und zum Basteln.

Eine Begebenheit, die aufzeigt, dass man die Asylsuchenden wohl bemerkt, aber mit der richtigen Kommunikation etwas erreichen kann, darf an dieser Stelle nicht fehlen. Es sei aufgefallen, dass in den Wiesen und am Strassenrand zwischen dem Dorfladen in Reidenbach und dem BAZ vermehrt leere Flaschen, Zigarettenschachteln und anderes herumgelegen seien.

Freiwillige hätten diesen Abfall eingesammelt und die Problematik im BAZ thematisiert. Seitdem sei der ­Littering-Flyer des Schweizer Bauernverbandes «Abfall macht krank» in den Deutschunterricht im BAZ Boltigen integriert und damit dieses Problem gelöst worden.

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