König der Lüfte bleibt König

Grindelwald

Die erste Austragung des Gleitschirmrennens Eigertour sah den erwarteten Sieger: Christian Maurer konnte die viertägige Prüfung kreuz und quer durch das Oberland allerdings erst am letzten Tag für sich entscheiden.

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Am Freitagabend sah es noch danach aus, als könnte Patrick von Känel die Eigertour für sich entscheiden und somit seinen Mentor und Förderer Christian «Chrigel» Maurer schlagen: Nachdem die beiden drei Tage lang Seite an Seite von Hütte zu Hütte geflogen waren, verzog sich Maurer bei aufziehendem Gewitter in die schützende Bärgelegghütte, während von Känel allein zum Faulhorn aufstieg.

Doch dann griff der fünffache X-Alps-Champion mal wieder tief in die Trickkiste: Er liess in aller Ruhe das Sommergewitter vorbeiziehen, und als sein «Konkurrent» kurz vor der Sperrstunde bereits im Mountain-Hostel in Grindelwald unter der Dusche stand, flog Maurer bei aufklarendem Wetter direkt vom Faulhorn zur Bäregghütte.

Die 900 Höhenmeter Vorsprung nützte Chrigel Maurer dann am letzten Renntag am Samstag aus, um paar Minuten vor von Känel die Schreckhornhütte zu erreichen und von dort bis unterhalb der Glecksteinhütte zu fliegen – dies ohne Thermik bei zweifelhaften Wetterbedingungen.

In der Folge gab von Känel die Jagd auf und flog zur Bäregghütte hinunter, wo seine Familie mit Kaffee und Kuchen auf ihn wartete – die Entscheidung war gefallen. Die etwas einfachere Challenge-Kategorie gewann der Ostschweizer Sebastian Schlegel knapp vor Lucien Caviezel (Interlaken).

Selfie bei jeder Berghütte

Sieben Startende der Profikategorie «Pro» stellten sich der Herausforderung, innerhalb von vier Tagen vierzehn Berghütten im ganzen Berner Oberland zu besuchen – Luftlinie 203 Kilometer. In der etwas verkürzten Challengerwertung versuchten sich 30 Piloten. Hier galt es zehn Hütten anzusteuern, welche als Wendepunkt galten.

Die Wettkampfregeln sind relativ simpel: Von jeder Hütte mussten die Athleten ein Selfie machen, auf welchem sowohl Hütte als auch sie selber und ihre Ausrüstung zu sehen waren. Ähnlich wie beim X-Alps und X-Pyr galt jeweils zwischen 21 und 5.30 Uhr Sperrzeit, während welcher sich die Piloten nicht fortbewegen durften. Zudem ist bei Hike-and-Fly-Rennen die Benützung jeglicher Transportmittel verboten.

Heikle Landebedingungen

Mit je einem gebrochenen Arm und Fuss sowie einer Knieverletzung hielten sich die Zwischenfälle bei der Premiere des hochalpinen Hike-and-Fly-Rennens im Rahmen. Sie zeigten aber deutlich auf, dass das Landen mit dem Gleitschirm in hochalpinem Gelände extrem anspruchsvoll und schwierig ist.

www.eigertour.rocks

Berner Oberländer

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