Konflikt um TV- und Werbegelder am Lauberhorn

Das OK der Lauberhornrennen und der Landesverband Swiss-Ski streiten sich um Einnahmen.

OK-Präsident: «Keine Werbung am Hundschopf.»

OK-Präsident: «Keine Werbung am Hundschopf.»

(Bild: Thomas Egli)

Zwischen den Organisatoren der Internationalen Lauberhornrennen und dem Landesverband Swiss-Ski hängt der Haussegen schief: Es geht um den Vertrag zwischen Swiss-Ski und den Veranstaltern der Weltcuprennen, unter anderem auch Adelboden. Die Frutigländer haben den Vertragsmodalitäten zugestimmt, das Wengener OK um Präsident Urs Näpflin stellt sich quer. Konkret soll es um die Einnahmen aus TV- und Marketingrechten gehen respektive um jenen Betrag, den Swiss-Ski nach Wengen überweist. Laut «Blick» sollen dies mehr als zwei Millionen Franken sein, was den Wengenern nicht genug sei.

«Der Betrag stimmt so nicht. Es geht um die Aufteilung der Gesamteinnahmen, die mit und an unserem Rennen generiert werden. Damit sind wir nicht einverstanden», sagt Urs Näpflin. Zuerst sei in verschiedenen Verhandlungsrunden eine Einigung gesucht worden. Da dies nicht möglich gewesen sei, musste, wie in den Verträgen vorgesehen, ein Schiedsgericht angerufen werden. Das Verfahren vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne ist nach wie vor hängig.

«Ich kann deshalb auch keine weiteren Einzelheiten zu Inhalt und Stand des Verfahrens sagen», so Näpflin weiter. Dieser kann sich nicht vorstellen, dass Swiss-Ski ob der Auseinandersetzung mit den Wengenern die Rennen in einen anderen Landesteil vergibt. «Ich habe dies auch in Medienberichten gelesen. Das ist nur ein Säbelrasseln. Das Lauberhorn ist für Swiss-Ski die beste Milchkuh, und der Verband wird kaum so blöd sein, die beste Kuh zur Schlachtbank zu führen.»

Dass die Ausrichter der Lauberhornrennen auf mehr Geld aus dem Werbetopf pochen, hat seine Gründe. «Sponsoring und Zuschauereinnahmen sind rückläufig, und Hauptsponsoren fahren ihr Engagement eher zurück. Unsere gesunde finanzielle Basis ist zunehmend nicht mehr gegeben», sagt Näpflin. «Ich will damit nicht sagen, dass wir finanziell aus dem letzten Loch pfeifen, aber wer nach mehr Einnahmemöglichkeiten schreit, muss wissen, dass die höchsten Beträge aus dem Topf der TV- und Marketingrechte ausgeschüttet werden.»

Und wenn die Vermarktung einzelner Streckenteile, beispielsweise ein Torbogen beim Hundschopf, vorangetrieben würde und damit zusätzliche Einnahmen in die Kasse spülte? «Wir haben nicht erst seit gestern Interessenten für einen Werbebogen, analog der Hausbergkante in Kitzbühel, aber dies kommt für uns nicht infrage», sagt Näpflin klipp und klar.

Diese Schlüsselstelle sei markant, die Kulisse dort einzigartig, und dies nur dank der atemberaubenden Natur. «Der tatsächliche Wert des Anlasses ist durch Geschichte und Tradition der Veranstaltung gegeben.» Wollen wir dem Kommerz zuliebe diese Werte zerstören, fragt Näpflin und schiebt die Antwort gleich hinten nach: «Sicher nicht.»

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