Kongresse: Mageres Jahr

Interlaken

Viele Kongresse finden in den geraden Jahren statt. Trotzdem erzielte die Congress Centre Kursaal Interlaken AG 2017 ein ansprechendes Resultat.

Die Wirtschaftselite traf sich im Congress Centre Kursaal zum 20. Swiss Economic Forum.

Die Wirtschaftselite traf sich im Congress Centre Kursaal zum 20. Swiss Economic Forum.

(Bild: Monika Hartig)

«Die Unterhaltsleistungen für die historischen Gebäude sind beachtlich, aber wir nehmen sie gerne auf uns», sagte Verwaltungsratspräsident Claude Thomann an der Generalversammlung der Congress Centre Kursaal Interlaken AG (CCKI AG).

Unter den 126 anwesenden Aktionären waren viele, die gerade wegen der historischen Gebäude Aktien besitzen und die dazu beizutragen, dass Interlaken weiterhin mit einer einzigartigen Kongressinfrastruktur aufwarten kann. Traditionell finden die meisten Kongresse – vor allem Medizinerkongresse – in den geraden Jahren statt, was sich auf die Rechnungsergebnisse in den ungeraden Jahren auswirkt.

Auf der Aufwandseite ist 2017 der Personalaufwand gestiegen. «Wir hatten anspruchsvolle Gäste, die hervorragende Dienstleistungen erwarteten», sagte Isabel Wirth. 0,9 Millionen Franken betrug der Gewinn im Vorjahr, 97'850 Franken der Verlust im Jahr 2017. Zum ersten Mal leistete die Tochtergesellschaft Casino Interlaken AG keinen Beitrag (Dividende) an die Muttergesellschaft.

Die konsolidierte Erfolgsrechnung weist ein Ergebnis von 266'000 Franken aus. Claude Thomann dankte Isabel Wirth für ihre hervorragende Arbeit. Sie verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch.

Casino im Umbruch

Der Nettospielertrag der Tochtergesellschaft Casino Interlaken AG lag bei 7,13 Millionen Franken um gut 340'000 Franken tiefer als im Vorjahr. Seit im Kursaal ein Spielbetrieb geführt wird, hat sich das Aktionariat gewandelt.

Aktionäre aus Deutschland melden sich an der GV jeweils zu Wort, um die Rechnungsergebnisse genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Visier standen diesmal Aktien, welche die AG eventuell zu preisgünstig abgegeben haben könnte. Gewünscht wurde die Aufschlüsselung der Mieteinnahmen, die immerhin mit 1,3 Millionen Franken im 6,3 Millionen-Gesamtertrag der CCKI AG zu Buche stehen.

Ob die Verkehrssituation – das Casino in Interlaken ist per Auto etwas aufwendig erreichbar – am tieferen Spielertrag der Casino Interlaken AG schuld ist, bleibt offen, dagegen spricht, dass die Besucherzahl leicht gestiegen ist.

Ihr Reingewinn lag bei gut einer halben Million Franken. Allerdings sah CEO Oliver Grimm in der Verkehrssituation eine Gefahr für den zukünftigen Erfolg der AG. Erfreut zeigte er sich über die Annahme der Spielbankeninitiative, die der AG mehr Zeit lässt, sich auf eine neue Konzession vorzubereiten. Möglicherweise dürfen dann auch die Einsätze erhöht werden.

Ob sich die AG dem Online-Spielgeschäft zuwenden will, ist Gegenstand intensiver Überlegungen. Es würde einen starken Partner brauchen. Oliver Grimm wurde als Delegierter in den Verwaltungsrat gewählt.

Die Dechargeerteilung für den Verwaltungsrat fiel mit 58 Prozent etwas mager aus, was aber anscheinend auf eine Kommunikationspanne zurückzuführen ist– der von attraktiven Kursaal-Bildern begleitete Countdown für die elektronische Stimmabgabe wurde durch eine Wortmeldung unterbrochen.

Berner Oberländer

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