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Kunstmaler, Komponist und Theaterdichter

Die Gedenkausstellung mit Werken von Karl Spring ist noch bis am Sonntag offen.

Posieren mit einem Bild von Karl Spring (v.l.): Gemeinderat Bruno Stucki, Tochter Gertrud Spring, Grosstochter Claire Mauderli und Rudolf Schneiter, Präsident der Fachkommission für Dorfgeschichte. Foto: röre
Posieren mit einem Bild von Karl Spring (v.l.): Gemeinderat Bruno Stucki, Tochter Gertrud Spring, Grosstochter Claire Mauderli und Rudolf Schneiter, Präsident der Fachkommission für Dorfgeschichte. Foto: röre

«Es war eindrücklich, die vielen Bilder in den Häusern im Dorf Wimmis einzusammeln für die Gedenkausstellung von Karl Spring», berichtete Rudolf Schneiter, Präsident der Fachkommission für Dorfgeschichte, und zog schmunzelnd eine mit Blumen verzierte Karte aus der Tasche: «Ich habe sie von Karl Spring, versehen mit guten Wünschen zur Konfirmation, erhalten.»

Die Leute im Dorf haben ihm erzählt, wann sie ihre Bilder gekauft oder geschenkt bekommen haben: zur Hochzeit, aus einer Tombola, fürs Kinderzimmer. In einem Haus habe er kahle Räume ohne Bilderschmuck hinterlassen, so viele Bilder habe er abgeräumt. Aber die Ausstellung mit über 100 Bildern in der Aula der Schulanlage Chrümig dauert ja nicht lange.

Am Donnerstagabend fand die Vernissage mit zahlreichen Besuchern statt. Am Samstag und Sonntag ist die Ausstellung noch offen. Dann gehen die Kunstschätze wieder zurück an die Besitzer.

Auf der Titelseite

Der Jodlerklub Wimmis hat an der Vernissage Lieder (Üses Dorf, Uf em Heiwäg und den Alpsäge) gesungen, wozu Karl Spring die Texte dichtete. Die Ausstellung ist vielseitig, mit vielen verschiedenen Blumensujets – ganz speziell Rosen –, Waldwegen, Landschaften, dem Schloss mit Obstbaumblust. Nicht nur Bilder aus Privatbesitz konnten bestaunt werden, sondern auch jene des Museums «Wimmis historic». Die Tochter und die Enkelin lobten ihn als sehr lieb und freuen sich, dass er in der Dorfgeschichte weiterlebt.

Noch heute gibt es fast in jedem Wimmiser Haus eines oder mehrere Ölbilder des Kunstmalers, der von 1945 bis 1985 in Wimmis gewirkt hat. Bekannt ist der «Waldweg» bei Uttigen, im Sommer, Herbst und Winter, mit oder ohne Holzbeige, Nebelschwaden oder andere Nuancen.

Eines seiner Ölbilder schaffte es 1948 gar auf die Titelseite des Gelben Hefts. Karl Spring hat den Jodlerklub Wimmis von seiner Gründung im Jahre 1943 an viele Jahre dirigiert. Er hat nicht nur Jodellieder getextet, sondern auch komponiert. Seine Theaterstücke wurden in der ganzen Schweiz aufgeführt. Spring fuhr stets Autos der Marke Peugeot und nahm seinen Hund Seppeli mit. Sein kleines Heim im Däsengräbli versank im Sommer in einem von ihm geschaffenen Blumenmeer.

1907 in Steffisburg in eine kinderreiche Familie geboren, wurde Karl Spring später ins Emmental verdingt. Er konnte sich in der schweren Zeit mit Zeichnen und Malen trösten. 1945 zügelte er mit seiner Frau, die schon 1950 starb, und der 7-jährigen Tochter Gertrud nach Wimmis. 1985, im Alter von 78 Jahren, verstarb auch Karl Spring.

Am Samstag ist die Ausstellung von 14 bis 20 Uhr offen, am Sonntag von 10 bis 16 Uhr.

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