Landwirt zieht Einsprache gegen Strafbefehl zurück

Gülle oder Schmelzwasser? Ein Landwirt im Saanenland hat einen Strafbefehl wegen eines Vergehens gegen das Gewässerschutzgesetz erhalten. Er zog seine Einsprache zurück.

Gülle in Graben gepumpt: Dafür erhielt ein Bauer einen Strafbefehl aufgebrummt.

Gülle in Graben gepumpt: Dafür erhielt ein Bauer einen Strafbefehl aufgebrummt. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ein Landwirt aus dem Saanenland erhielt im September 2017 einen Strafbefehl wegen eines Vergehens gegen das Gewässerschutzgesetz. Damit wurde er zu einer bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 20 Tagessätzen und einer Verbindungsbusse von 1700 Franken verurteilt. Er erhob Einsprache, sodass am Freitag Gerichtspräsident Jürg Santschi den Fall zu beurteilen hatte.

Der Mann kam ohne Anwalt und schilderte das, was er im Mai 2017 auf seinem «Berg» gemacht hat: er habe mittels Traktor und Bschütti-Wagen das Schmelzwasser aus dem Gülleloch gepumpt und aufs Land gespritzt. Dazu habe er das Wasserreservoir entleert, das wegen der Sedimente eine braune Färbung habe. Er habe nichts Unrechtes getan und trage zur Umwelt Sorge.

Gülle im Graben

Als Zeugin geladen hatte der Richter die Frau, welche den Stein 2017 ins Rollen gebracht hat. Sie schilderte das, was sie am erwähnten Maientag beobachtet hat. Der Landwirt habe Gülle in den nahe gelegenen Graben gepumpt. Sie war ihm gefolgt, als er mit dem Bschütti-Wagen Richtung seines Alpgebäudes fuhr, und sah, wie Gülle in den nahen Graben gelenkt wurde. Den Landwirt selber sah sie nicht. Sie fotografierte das braune, schäumende Wasser im Graben und den Bschütti-Wagen, der per Schlauch mit dem Güllenkasten verbunden war.

Nicht fotografiert hat sie, wie die Gülle auf der anderen Seite des Güllenwagens über einen Stutzen in den Graben gelaufen ist. «Ich weiss, wie Bschütti riecht», sagte die Frau, die ebenfalls in der Landwirtschaft tätig ist. Streit habe sie mit dem Berufskollegen nicht, sagte sie aus, aber es gehe nicht an, dass jemand seine Gülle so entsorge. Der Richter erklärte nach der Beweisaufnahme, dass er die Aussage der Zeugin für glaubwürdig hielt, und legte dem Beschuldigten nahe, den Strafbefehl zu akzeptieren, weil ein Urteil mehr kosten würde.

Der Sachverhalt sei mit der Formulierung «er nahm die Gewässerverschmutzung zumindest in Kauf» im Strafbefehl relativ milde beurteilt worden. Der Angeklagte stimmte dem Rückzug zu, obwohl er sich nicht gerecht behandelt fühlte. (Berner Oberländer)

Erstellt: 12.01.2018, 19:44 Uhr

Artikel zum Thema

So ein Mist!

Wileroltigen Die Fahrenden sind zwar weg aus Wileroltigen, doch die Emotionen kochen immer mal wieder hoch. Es geht um Gülle, Mist – und um ganz unerwartete Folgen. Mehr...

Keiner ist schuld an der Gülle-Welle

Häusernmoos Im Januar 2016 barst ein Gülletank im Gebiet Huebberg. Zwei Kühe mussten ihr Leben lassen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt, weil sie niemandem direkt die Schuld zuordnen konnte. Mehr...

Ausgelaufene Gülle wohl keine Gefahr für die Umwelt

Ein Spezialist der Fachhochschule glaubt nicht, dass die Umwelt nach dem Gülleunfall bei Häusernmoos schlimmen Schaden genommen hat. Mehr...

Paid Post

Reife Frauen suchen Erotik

Nicht nur junge Hüpfer sind auf Erotik-Portalen unterwegs, sondern auch reife Frauen finden ihre Erotik-Partner übers Internet, bevor es beim Casual-Date zur Sache geht.

Kommentare

Blogs

Politblog Veloweg-Verbot für Elektro-Töffs!

Geldblog So fressen Gebühren Ihre Gewinne weg

Service

Die Welt in Bildern

Dürre: Ein Teich in der Nähe der texanischen Ortschaft Commerce ist vollständig ausgetrocknet. Für die nächsten zehn Tage werden in der Region Temperaturen von mehr als 37.7 Grad erwartet. (16.Juli 2018)
(Bild: Larry W.Smith/EPA) Mehr...