Habkern

«Lasst diese Kirche im Dorf»

HabkernDas Dorf feierte am Bettag seine 350-jährige Kirche. Am Anfang stand ein ­festlicher Gottesdienst, am Ende ein überraschendesVesperkonzert mit Alphornklängen.

Der Jodlerklub Habkern in der mit Sonnenblumen geschmückten 350-jährigen Kirche.

Der Jodlerklub Habkern in der mit Sonnenblumen geschmückten 350-jährigen Kirche. Bild: Anne-Marie Günter

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«Eins bitte ich vom Herrn, dass ich im Hause des Herrn bleiben möge ein Leben lang.» Dies sagte am 12. August 1666 der 22-jährige Pfarrer Samuel Eyen in der neugebauten Kirche Habkern. Das Haus steht nach 350 Jahren noch, gut gepflegt und erneuert von der Habker Bevölkerung. Am Sonntag schmückten Sonnenblumen, sorgfältig feucht gehalten, die Kirche.

«Es ist unsere Kirche, sie ist die Seele des Dorfs, gefüllt mit Tränen des Glücks, aber auch bitteren Tränen von Generationen. Die Menschen sind Kirche, die lebendigen Steine für sie», sagte Pfarrerin Katrin von Zimmermann im Festtagsgottesdienst. Sie dankte für die grosse Freiwilligenarbeit, welche die Bevölkerung leistet.

In Richtung Bern sagte sie: «Gerade die kleinen Gemeinden müssen geschützt werden. Lasst diese Kirche hier im Dorf.» Der Staat Bern hat, dies geht aus der sorgfältig recherchierten Festschrift von Andreas Zurbuchen hervor, einst beim Kirchenbau mitgeholfen: Habkern gab Land und Material, die Löhne zahlte Bern.

Am Ende ein Vesperkonzert

Wie es in Habkern Tradition ist, begleitete der Jodlerklub Habkern den Bettagsgottesdienst und begann seinen Vortrag mit Ueli Moors «Äs schöns Daheim».

Unter den Gästen konnte Kirchgemeinderatspräsidentin Katharina Zurbuchen am anschliessenden Fest in der Turnhalle zwei ehemalige Habker Pfarrer, Regierungsstatthalter Martin Künzi und Vertreterinnen und Vertreter des Kirchenbezirks Interlaken-Oberhasli begrüssen. Gemeindepräsident Markus Karlen stellte den Kirchenbau in einen geschichtlichen Zusammenhang: Nur ein Jahr vor der Kircheneinweihung hatte Isaac Newton die Gravitation entdeckt.

Der Habker Festtag schloss mit einem Vesperkonzert. Alphornbläser Adolf Zobrist führte zusammen mit Organist Felix Gerber, Gabriela Moser an Orgel und Violine und Adrian Moser an Hackbrett und Schwyzerörgeli musikalisch durch vier Jahrhunderte, stilistisch vielfältig, solo, im Duett, Terzett und Quartett.

Es gab alte Volksweisen wie den «Ranz des vaches» zu hören, Orgelmusik von Felix Mendelssohn, Kompositionen von Vater Walter und Bruder Daniel Zobrist.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 20.09.2016, 10:32 Uhr

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