Linien, Formen und Farben bestimmen sein Schaffen

Spiez

Seine Figuren verfliessen in Rundformen und Liniengebilde ineinander: Der Künstler Erich Wernicke stellt im Solina unter dem Motto Körperwelten aus.

Erich Wernicke vor einem seiner Kunstwerke.

Erich Wernicke vor einem seiner Kunstwerke.

(Bild: Heidy Mumenthaler)

Es ist ein Superjahrgang: 1939. Da erblickte Erich Wernicke im französischen Annecy südlich von Genf die Welt. Aufgewachsen ist er in Spiez, wo er nun auch seinen «Unruhestand» geniesst.

Bis zum 15. März steht die Körperlichkeit von Figuren im Zentrum seiner beachtlichen Ausstellung. Denn Wernickes Werke zieren bis dahin die Wände des Solina in Spiez. Beim Rundgang durch die Ausstellung können die Betrachter ihre eigene Fantasie walten lassen.

Linien als Markenzeichen

«Verschlungene Linien sind sein Markenzeichen», hielt sein Freund Martin Graf aus Moosseedorf in seiner Würdigung fest. Mit verschlungenen Linien und Flächen dringt Erich Wernicke in die Geheimnisse der Körperwelten ein. In 30 Zeichnungen mit Bleistift, Farbstift, Tusche, Aquarell und Pastellkreide widerspiegelt sich die Vielseitigkeit seines künstlerischen Schaffens.

Der bescheidene 1939er nennt sich selber anstelle von Künstler «nur» Zeichner. Dahinter steckt jedoch weit mehr: Er hatte sich ursprünglich neben seinem Beruf als Schriftsetzer ernsthaft mit Bildern auseinandergesetzt: An der Schule für Gestaltung in Zürich bildete er sich in Gebrauchsgrafik, Zeichnen und Malen weiter.

Durch das Studium der modernen Malerei fand er zu seinen eigenen Stilen. Nun spielt er mit ineinanderfliessenden Formen und Farben. Daraus entstehen verwobene, vielfach geschichtete Gebilde. Die Bilder widerspiegeln, dass das Leben nicht nur schöne Seiten hat. «Sie wirken subjektiv, wohltuend oder gar leicht bedrohlich», erzählte Graf.

Wernicke lässt Erinnerungen und Fantasien freien Lauf. Die ineinander verwobenen und verstrickten Gebilde sind Ausdruck seiner inneren, ästhetischen Haltung. Dem unermüdlichen Meister gelingen schier unglaubliche Kombinationen von Farben und Formen.

Er vermag Bestehendes zu verändern, dabei neue Anregungen erkennend, die auch seine Sensibilität, seinen wachen Sinn und Geist, seine unbändige Entdeckerlust und Lebensfreude und sein Können abbilden.

Wirrwarr mit Ordnung

Seine geliebten Rundungen, das Jonglieren mit verspielten, fliessenden Linien und Formen der Körperwelten kommen an den sieben grosszügigen Wänden des Solinas gut zur Geltung.

Die ineinander verwobenen und verstrickten Gebilde wirken wie ein kollektives Wirrwarr, sind aber letzten Endes Ausdruck einer ästhetischen Ordnung. Dem unermüdlichen Meister gelingt es, Neues zu kombinieren, Bestehendes zu verändern und neue Ideen zu erfinden.

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