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Mehr Einnahmen, höhere Investitionen

Grindelwalds Steuereinnahmen 2018 fielen deutlich höher aus als erwartet. Dies wirkt sich auf die Rechnung aus. Trotzdem steigt die Verschuldung.

Finanzverwalter Michael Wyss: «Die Verschuldung ist bedingt durch die Investitionstätigkeit weiter gestiegen.»
Finanzverwalter Michael Wyss: «Die Verschuldung ist bedingt durch die Investitionstätigkeit weiter gestiegen.»
Chantal Desbiolles

«Die Rechnung fällt besser aus als budgetiert», erklärte Grindelwalds Finanzverwalter Michael Wyss gestern an einer Medienorientierung. Besser heisst: ein Defizit von rund 536'000 Franken. Dieses fällt aber ausschliesslich bei den Spezialfinanzierungen an. Der Allgemeine Haushalt schliesst bei einem Ertrag von 22,3 Millionen Franken ausgeglichen ab.

Besonders das Abwasser mit einem Minus von über 373'000 Franken schlägt zu Buche. Dies bei einem Aufwand von rund 3,1 Millionen Franken. Allerdings habe sich dieses schon länger abgezeichnet, und der Gemeinderat hat darauf schon reagiert. Auf Jahresbeginn wurden die Abwassergebühren um 20 Prozent erhöht.

Höhere Investitionen

Insgesamt hat sich die Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. 2018 betrug sie 63,7 Millionen Franken – 3,3 Millionen mehr als 2017. Wyss führt dies einerseits auf eine neue Abschreibungspraxis zurück. Andererseits auf die hohen Investitionen der Gemeinde. «Gesamthaft wurden etwa 10 Prozent mehr investiert als im Budget vorgesehen.»

Und hier sei Vorsicht angebracht. «Die Verschuldung ist bedingt durch die Investitionstätigkeit weiter gestiegen.» Insgesamt habe die Gemeinde für 2 Millionen Franken neue Mittel aufgenommen. «Zurzeit beträgt die Nettoverschuldung pro Einwohner 3'400 Franken», erklärt Wyss.

«Wir sind uns der Problematik bewusst», erklärte Gemeindepräsident Christian Anderegg. Schliesslich steht mit der Turnhalle ein weiteres grösseres Projekt an. «Es ist klar, wenn wir die Turnhalle realisieren können, müssen wir die Investitionsliste überprüfen und das eine oder andere Projekt zurückstellen.» Anderegg betont aber auch, dass die getätigten und geplanten Investitionen nötig waren und nachhaltig seien.

Höhere Einnahmen

Erfreulich in der Rechnung 2018 seien die Steuereinnahmen, die massiv höher ausgefallen seien als budgetiert: 10,35 Millionen Franken statt 9,25 Millionen. «Wir analysieren zurzeit, weshalb das so ist», sagt Wyss. «Sicher ist: Das Wachstum der Steuern fällt weit über dem Wirtschaftswachstum aus.»

Dank der hohen Einnahmen sei es auch möglich, den Turnhallenfonds mit 1,23 Millionen weiter zu äufnen. Aktuell seien 1,56 Millionen Franken in diesem Topf. Weiter dürften sich anstehende Wertberichtigungen durch den Kanton positiv auf die Einnahmen der Gemeinde auswirken. Dies könnte bis zu drei Steuerzehntel zusätzlich in die Kasse spülen, erklärt Anderegg. Noch habe man aber nicht entschieden, wie man damit umgehe.

Die Rechnung wird an der Gemeindeversammlung vom 14. Juni den Stimmbürgern zur Genehmigung vorgelegt.

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