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Mehr Einsätze als im Vorjahr

2017 leisteten die Feuerwehren des Verwaltungskreises Interlaken-Oberhasli 726 Einsätze. In Grindelwald und in Niederried brannten Wohnhäuser.

Die Brandruine nach dem Brand vom 12. Mai in Niederried.
Die Brandruine nach dem Brand vom 12. Mai in Niederried.
Bruno Petroni

Im Seilbahnzentrum in Meiringen tagten die 16 Feuerwehrkommandanten und ihre Vize aus dem Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli. Am Kommandantenrapport wird jeweils Bilanz gezogen und Neues kommuniziert. Der Meiringer Gemeindepräsident Roland Frutiger erinnerte daran, dass sein Dorf vor 139 und vor 127 Jahren im Föhn fast vollständig niedergebrannt war. Damals eilten Feuerwehren von weit her dem brennenden Ort zu Hilfe.

Auch 2017 gab es ein Feuer, bei dessen Bewältigung der Föhn eine erschwerende Rolle gespielt hat. Marc Pfister, Kommandant der Feuerwehr Rigoni, zeigte auf, dass beim Brand des Oberländer Holzhauses an der Staatsstrasse in Niederried alle Mittel eingesetzt werden mussten, um das Nebenhaus, in dessen Richtung der Föhn wehte, zu retten. Es gelang. Eine eindrückliche Zahl zu diesem Einsatz: Drei Kilometer Schlauchleitungen wurden verlegt, um genug Wasser vor Ort zu haben. Die Feuerwehr Bödeli und die Feuerwehr Brienz unterstützten den Einsatz.

118 anrufen

Marc Pfister wies darauf hin, dass jemand, der ein Feuer beobachtet, die Nummer 118 anrufen sollte und nicht den Feuerwehrkommandanten, auch wenn er ihn kennt. Daniel Gertsch, Kommandant in Grindelwald, berichtete vom Brand eines Wohnhauses in Wärgistal. Eindrücklich war der Rauch, der sich grau und giftig über dem Gebäude türmte. Im Oberhasli war die Feuerwehr bei fünf tödlichen Verkehrsunfällen im Einsatz.

Insgesamt gab es 726 Ernstfalleinsätze, 112 mehr als im Vorjahr. «Die Zunahme ist auf ­viele Insekteneinsätze zurückzuführen», sagte Kreisfeuerwehrinspektor Tom Dummermuth. Positiv aufgefallen ist ihm die verbesserte Löschtechnik, die Wasserschäden minimiert, der gute Umgang mit den Betroffenen und die Kommunikation. Zu arbeiten sei am verhältnismässigen Einsatz der Mittel und am Führungsrhythmus.

Zu Aus- und Weiterbildung

«Sämtliche Feuerwehren erfüllen die materiellen Mindestanforderungen», stellte Dummermuth fest. Insgesamt positiv bewertete er die Übungen, die er besucht hatte. Ein scheinbares Detail, das ihm wichtig ist: Kein Angehöriger der Feuerwehr sollte mit Gartenhandschuhen im Einsatz stehen. Stefan Abplanalp vom Rettungsdienst Spitäler fmi AG orientierte, dass Übungen mit dem Rettungsdienst bereits Ende des Vorjahres angemeldet werden sollten, eine Kommunikation, die nicht alle Kommandanten erreicht hatte.

In Sachen Ausbildungskurse sprach Dummermuth von einem befürchteten «Wasserkopf», das heisst, die Zahl der Angehörigen der Feuerwehr sinkt ständig, die Zahl der ausgebildeten Einsatzleiter steigt. Eine Korrektur im Kurswesen soll diesem Trend entgegenwirken. Nach dem Rapport hielt der vor neun Jahren gegründete Amtsfeuerwehrverband seine Versammlung ab. Seine Hauptaufgabe ist das Angebot von Weiterbildungskursen, die im Jahr 2017 von 139 Angehörigen der Feuerwehr besucht wurden. Präsident Andreas Blatter rief zum Besuch des breit gefächerten Angebots auf.

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