Mehr Geld für Hilfe in der Not

Spiez

Die Hilfe in finanziellen Dingen (Hifidi) ist ein bewährtes Instrument, um Menschen aus der Schuldenfalle zu befreien. Das Gemeindeparlament honorierte den Einsatz des Vereins und erhöhte den jährlichen Beitrag auf neu 40'000 Franken.

Hifidi (Hilfe in finanziellen Dingen) bietet gratis Budgetberatungen und Schuldensanierungen an, erstellt Haushaltbudgets oder regelt Teillohnverwaltungen. (Symbolbild)

Hifidi (Hilfe in finanziellen Dingen) bietet gratis Budgetberatungen und Schuldensanierungen an, erstellt Haushaltbudgets oder regelt Teillohnverwaltungen. (Symbolbild)

(Bild: Fotolia)

Jürg Spielmann

Die Gemeinde gibt mehr Geld aus und nimmt dadurch auch mehr Geld ein. «Das ist schön», resümierte BDP-Parlamentarier Patrick Bürchler am Dienstagabend im Grossen Gemeinderat (GGR). Dort war man sich einig – an der 241. Sitzung präsentierte sich das Parlament in seltener Eintracht. Wurde abgestimmt, geschah dies durchs Band einstimmig.

Zum eingangs erwähnten Geschäft rühmten die Fraktionen jeglicher Couleur Hifidi (Hilfe in finanziellen Dingen) als ein tolles und wertvolles Angebot. Über Hifidi unterstützen die reformierte und katholische Kirchgemeinde Spiez seit 1998 Menschen mit finanziellen Schwierigkeiten – aus Spiez und der Region.

«Der Wert geht weit über Franken und Rappen hinaus.»Ursula Erni, Sozialvorsteherin

«Der Wert geht weit über Franken und Rappen hinaus», meinte Sozialvorsteherin Ursula Erni. Sie sprach von einer wichtigen Ergänzung im bestehenden sozialen Netzwerk. Hifidi bietet gratis Budgetberatungen und Schuldensanierungen an, erstellt Haushaltbudgets oder regelt Teillohnverwaltungen. Das Erfolgsrezept sei, so Erni, dass Hifidi die Möglichkeit habe, aus ihrem Fonds kurzfristige Darlehen zu sprechen, um die Schuldenspirale unterbrechen zu können. «Dadurch wird Schaden minimiert oder gar verhindert.»

Laut Gemeinderat erwirkte Hifidi mit der Dienstleistung «Einkommensverwaltung» im Jahr 2015, dass 197'103 Franken ausstehende Steuergelder an die Gemeinden zurückgeflossen sind – für Spiez allein 134'874 Franken. Dies war denn auch, was vorab die bürgerlichen Fraktionen in der Diskussion lobend hervorhoben.

Seit 2011 als Verein organisiert, ist die Hilfe zur Selbsthilfe stetig gewachsen und professioneller geworden. 

Seit 2011 als Verein organisiert, ist die Hilfe zur Selbsthilfe stetig gewachsen und professioneller geworden. Da das Beratungsangebot mit 90 Stellenprozenten jedoch an Leistungsgrenzen stiess, beantragte der Verein, den jährlichen Gemeindebeitrag ab 2017 von 13'000 (1 Franken pro Einwohner) auf 40'000 Franken aufzustocken.

Geplant sind 120 Stellenprozente. «Setzen wir ein Zeichen des Dankes und der Wertschätzung», empfahl Jürg Walter (SP). Er wurde erhört. Der Grosse Gemeinderat folgte dem Antrag des Gemeinderates und stimmte der Erhöhung für die Jahre 2017 bis 2019 zu.

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