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Mehr Komfort mit dem neuen Umlaufseil

Zwei Wochen lang dauerte das Auswechseln des Umlaufseils der Gruppenumlaufbahn aufs Niederhorn. Am Donerstag war grosser Spleisstag, am Freitag folgen die ersten Testfahrten. Am Karfreitag starten Bahn und Berghaus in die Sommersaison.

Wickeln, wickeln, wickeln: Der technische Leiter Fritz Bieri (Vordergrund links) und der argentinische Seilprofi Diego Ventura (r.) spleissten gestern Vormittag mithilfe von einem Dutzend Männer das neue, 47 Millimeter dicke Umlaufseil für die Niederhornbahn.
Wickeln, wickeln, wickeln: Der technische Leiter Fritz Bieri (Vordergrund links) und der argentinische Seilprofi Diego Ventura (r.) spleissten gestern Vormittag mithilfe von einem Dutzend Männer das neue, 47 Millimeter dicke Umlaufseil für die Niederhornbahn.
Bruno Petroni

Auf zwei riesige Bobinen musste das 48 Tonnen schwere Umlaufseil verteilt werden, um auf einem Spezial-Anhängerzug den Weg nach Beatenberg durch die engen Kurven zu schaffen. Das vom Ostschweizer Drahtseilwerk Fatzer angelieferte, 47 Millimeter dicke und fünf Kilometer lange Seil ist ein wesentlich verbesserter Nachfolger des alten Umlaufseils, welches noch vom Neubau der Gruppenumlaufbahn stammte, somit 20-jährig, 3 Millimeter dicker und auch schwerer war. Interessante Zahlen: In diesen zwanzig Jahren absolvierte das Seil fast 400'000 Fahrten, umrundete also die Erde über elfmal.

Wesentlich besser ist das neue Umlaufseil, weil es sich um ein so genanntes kompaktiertes Seil mit abgeflachten Litzen handelt – mit dem Vorteil, dass damit ein kleinerer Seildurchmesser verwendet werden kann und das geglättete Seil leichter über die Tragrollen der Zwischenstützen läuft, was sich nebst dem besseren Fahrkomfort auch positiv auf die Lebensdauer der gesamten Anlage auswirkt. «Das neue Seil ist zudem galvanisch verzinkt, was die Lebensdauer nochmals um rund 25 Prozent verlängert», sagt Matthias Stacher, Projektleiter des Seilherstellers.

«Wir eröffnen am Karfreitag»

Am Donnerstag waren 15 Mann des Glarner Seilbahnbauers Inauen-Schätti und der Niederhornbahn mit dem Zusammenspleissen der beiden Seilenden beschäftigt. Kein einfaches Unterfangen, wurden doch die beiden Seilenden auf einer Länge von 60 Metern bis zur letzten Litze auseinandergenommen und dann ­zusammengeflochten. Am Donnerstagabend wurden die Spleissarbeiten erfolgreich beendet und das Seil gespannt; am Freitag finden die ersten Testfahren statt. «Anfang nächster Woche hängen wir die Kabinen dran, und zum Karfreitag werden wir und das Berghaus die Sommersaison eröffnen», sagt Betriebsleiter Bernhard Tschopp.

Auch ein neues Datenkabel

Ebenfalls ersetzt durch ein neues, 18 Millimeter dickes Seil wird übrigens das zwischen den Tragseilen hängende Telecomseil, das nach zwanzig Jahren Korrosionsschäden aufweist. Tschopp: «Das neue Glasfaserkabel wird wesentlich mehr Datenmengen transportieren können. Dies betrifft sowohl die Steuerungsdaten für die Bahn als auch den Datenverkehr für das Berghaus.»

Der Wechsel des Umlauf- und Telecomseils kostet die Niederhornbahn AG über 600'000 Franken. Bereits im letzten Spätherbst hatte das Unternehmen eine Viertelmillion in einen modernen Antrieb für die Standseilbahn von Beatenbucht nach Beatenberg investiert.

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