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Gemeinden wollen keine Reduktion der Flugplätze

Die neun Gemeinden der Region Brienz-Oberhasli rauften sich zusammen für eine gemeinsame Haltung gegenüber dem VBS in Sachen Fluglärm. Ihr Forderungskatalog hat es in sich.

Der Militärflugplatz Meiringen wird gemäss dem neuen Sachplan Militär weiterbetrieben. Kritiker befürchten eine Zunahme des Fluglärms.
Der Militärflugplatz Meiringen wird gemäss dem neuen Sachplan Militär weiterbetrieben. Kritiker befürchten eine Zunahme des Fluglärms.
Fritz Lehmann

Zuerst die Blumen, dann die Peitsche. So kommt die von neun Gemeinden der Region Brienz-Oberhasli formulierte gemeinsame Haltung gegenüber dem Militärflugplatz Meiringen und dem VBS daher. Man befasse sich schon länger und intensiv mit den Themen rund um den Flugplatz, halten die Behörden von Brienz, Brienzwiler, Guttannen, Hofstetten, Innertkirchen, Meiringen, Oberried, Schattenhalb und Schwanden in einem gemeinsamen Schreiben fest.

«Wir stehen der Armee in all ihren Formen offen und grundsätzlich positiv gegenüber», lautet der erste Punkt. Und auch der zweite Punkt dürfte bei der Luftwaffe gerne gelesen werden: «Die Diskussion über die Anzahl Bewegungen wird eingestellt.» Sprich die neun Gemeinden akzepieren, die vom VBS proklamierten jährlich maximal 5000 Flugbewegungen; fügen aber in Klammern an, dass es sich dabei um eine Staffel F/A-18 plus Zusatzflüge handeln soll.

Abstimmung gefordert

Soviel zu den Blumen. Die Gemeinden verlangen eine gesamtheitliche Beurteilung des Lärms. «Der Lärmteppich über dem Tal durch den Betrieb des Fliegerschiessplatzes Axalp muss in die Überlegungen und Belastungsdiskussionen miteinbezogen werden.» Das gleiche gelte für den Lärmpegel über dem Übungsraum Zentral. Anzahl und Typ der Kampfjets der Luftwaffe seien ein nationales, vorwiegend politisches Thema, was eine Volksabstimmung zwingend mache.

Die Gemeinden bemängeln, dass das Angebot an vom Flugplatz unabhängigen Arbeitsplätzen im Verhältnis zur Gesamtbelastung zu tief sei. Sie fordern also mehr Arbeitsplätze vom Bund. Weiter müsse die Unterstützung der Standortförderung und Regionalentwicklung fortgesetzt werden.

Mehr als drei Flugplätze

Den dicksten Brocken heben sich die Oberländer zum Schluss auf. «Die Anzahl der Militärflugplätze für Jetbetrieb darf nicht auf drei reduziert werden.» Genau dies sieht aber der vom Bundesrat genehmigte Sachplan Militär vor. Die Reduktion würde die Planung der Luftwaffe einschränken und die politische Diskussion über die Beschaffung von neuen Flugzeugen «wesentlich» erschweren, glauben die Gemeinden. «Eine solche Reduzierung würde Sachverhalte präjudizieren, die unerwünscht sind».

Beim Hoteliververein Brienz nimmt man die Initiative der Gemeinden zufrieden zur Kenntnis. «Ich bin hocherfreut, dass die Gemeinden erstmals gemeinsam auftreten, eine geschlossene Front bilden und die Ängste der Bewohner ernst nehmen», erklärt Monique Werro vom Seehotel Bären. Sie bleibt aber bei der Ansicht, dass 5000 Flugbewegungen zu viel sind. Gerne hätte sie konkretere Forderungen zu Arbeitsplätzen gesehen. «Hier wurde keine geschaffen, aber in Sion viele. Da läuft etwas falsch.» Werro hätte sich auch eine Stellungnahme zum geplanten Luftpolizeidienst rund um die Uhr gewünscht.

Werner Ballmer, der Aviatik-Experte des Hoteliervereins, streicht die Bedeutung der letzten Forderung der Gemeinden heraus. «Bei einer Reduktion auf drei Flugplätze würden alle verlieren», meint er. «Am meisten die Luftwaffe.» Diese würde sich so sämtlicher Entwicklungsmöglichkeiten berauben und könnte ihren heutigen Auftrag nicht mehr erfüllen.

Es sei allen klar, dass die heutige Belastung zu hoch und damit ungesetzlich sei, meint Ballmer. Dies werde die geforderte gesamtheitliche Beurteilung aufzeigen. «Das Problem ist nicht mit ein paar Schallschutzfenster zu lösen.» Die Luftwaffe könne einzig auf eine Sonderregelung hoffen.

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