Reichenbach

«Mir he es herrlechs Turnfescht gmacht»

ReichenbachDas Oberländische Turnfest in Reichenbach ist Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte; 217 Turnvereine mit insgesamt 5306 Turnerinnen und Turnern erlebten ein bestens organisiertes Sportfest.

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«Blüemlisalp irä Turnernacht.» Beat Schranz, Präsident des Organisationskomitees des Oberländischen Turnfests 2017, sang. Mitten in der Freiluftturnarena am frühen Sonntagnachmittag als Auftakt zu seiner Schlussansprache. Und das Publikum rund um den Platz stimmte ein und sang mit. Die zweite Zeile, mit der Schranz das Erlebte in Reichenbacher Dialekt zusammenfasste: «Mir he es herrlechs Turnfescht gmacht.»

Ausser Polo Hofers und Hanery Ammans «Alperose» hatten auch Mani Matter, Lo & Leduc und Stiller Has ihren Auftritt. Ihre Lieder waren die Begleitmusik des hundert Jahre alten Turnvereins Koppigen, der mit 108 Turnerinnen und Turnern die grösste und sehr schön choreografierte Vorführung zeigte. Das Motto der Koppiger: «Mir hei e Verein...»

Mit dem Turnverein Reichenbach organisierte ein Verein, hinter dem alle Mitglieder und darüber hinaus auch die Gemeinde Reichenbach und das Kandertal standen, das Oberländische Turnfest 2017. «Es war Turnsport im Superbereich und ein optimal organisiertes Fest. Aus Verbandssicht wünscht man sich, dass es Schule macht», zog Oskar Marggi, Präsident des Turnverbands Berner Oberland, eine Bilanz.«Die wichtigsten Sachen in deinem Gepäck sind Turnkleidung, Zeit, Lageplan, Wasser, Traubenzucker.»

Ein Quiz im Festführer zeigte, was die ambitioniertesten Turnenden wohl nach Reichenbach mitgebracht haben, um vorne zu rangieren. Dies gelang im Vereinswettbewerb am Samstag dem organisierenden Turnverein ­Reichenbach (2. Rang, 2. Stärkeklasse), dem Turnverein Unterseen, dem Turnverein Thun-Strättligen (1. und 2. Rang, 3. Stärkeklasse), dem MTV STV Spiez bei den Senioren.

Viele erfolgreiche Oberländer Turnerinnen und Turner auf den Rängen 1 bis 3 gabs in den Einzelwettkämpfen am Freitag. Es sind dies Kyra Schild (TV Innertkirchen), Elina Seiler und Thomas Peter (Thun-Strättligen) Michelle Brügger, Anna Kaufmann, Lisa Valérie Gerber (TV Frutigen), Estelle Gfeller (Getu Meiringen), Karina Mani und David Haddenbruch (TV Spiez), Sandro Guinand (TV Brienz), Diana Abegglen, Stefan Schmocker und Lukas Sieber (TV Unterseen) Lukas Beer, Nino Schüpach und Aviv Marmorosch (TV Uetendorf), Fabian Blum (TV Saanen-Gstaad).

Als eine Art Festsieger kann sich der Turnverein Unterseen sehen: Er spielte seine Qualitäten in der Leichtathletik aus, gewann die Vereinsmeisterschaft in seiner Stärkeklasse, stellte zwei der erfolgreichsten Leichtathleten und gewann die frisch, fromm, fröhlich, frei mit viel Geschrei unterstützte Pendel­stafette am Sonntag. Allerdings bedeutete dies auch, dass die zehn Läuferinnen und Läufer in der Nacht auf Sonntag sich zeitig schlafen gelegt hatten.

Eine Mitturnerin der besonderen Art war am Turnfest die Bise, die mit recht heftigen Böen ins Geschehen eingriff, insbesondere dann, wenn Bälle im Spiel waren wie bei den Fit+Fun- und den Fachtestsparten. Ansonsten dürfte das Turnfest in Reichenbach genau wie das vor fünfundzwanzig Jahren wegen des durchgehend schönen Wetters in bester Erinnerung bleiben. Hin und wieder warnte der Speaker von seinem Turm aus, nicht in die Kander schwimmen zu gehen, die schnell und milchig gleich neben dem Festplatz auf dem Flugplatz dahinfloss.

Die Ranglisten findet man unter: www.reichenbach2017.ch. (Berner Oberländer)

Erstellt: 19.06.2017, 18:00 Uhr

Positive Bilanz

Der Turnverein Reichenbach hat mit 800 Helfenden an den vergangenen Wochenenden zwei optimale Turnfeste organisiert.

Am Turnfest nahmen 5306 Turnerinnen und Turner teil. 1100 davon übernachteten im Gerätezelt, im Gymnastikzelt und in zwei Gewerbehallen; zusätzlich waren viele mit Zelten und Campern angereist. 29 turnerische Disziplinen, vom Fachtest Allround bis zum Steinstossen, wurden angeboten. Neben Zerrungen und Prellungen gabs keine schweren Verletzungen; für die ärztliche Versorgung war gesorgt. «Alle, mit denen ich sprach, rühmten das Fest», sagt Beat Schranz, Präsident des 12-köpfigen Organisationskomitees.

Vereine aus der ganzen Schweiz nahmen an den Wettkämpfen teil. Es gab 19 Wettkampfanlagen, die meisten auf dem 1943 als Reduit-Militäranlage gebauten Flugplatz, der jetzt der zivilen Flugplatzgenossenschaft Reichenbach gehört. Die ungewöhnlichste war die für das Barrenturnen im Skydive-Hangar. Zum Schutz des Landwirtschaftslands wurden 160 Kubikmeter Holzschnitzel eingesetzt.

«Turnfeste im Berner Oberland sind beliebt», weiss Schranz. Er rechnet damit, dass die Anlagen bis Dienstagabend abgebaut sind. Das Budget für das Fest betrug rund eine Million Franken. Schranz rechnet mit einem positiven Resultat, das den Helferinnen und Helfern zugutekomme. Wann organisiert Reichenbach wieder ein Turnfest? «Sicher noch nicht nächstes Jahr», sagt der OK-Präsident.

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