Mit viel «Härzbluet» ins zweite Spendenjahr

Oberland

Der Verein «Härzbluet für üse FC Thun» will die vor einem Jahr gestartete Erfolgsgeschichte weiterschreiben: In diesen Tagen lanciert der Vorstand das zweite Spendenjahr.

Sie zahlten als Erste ihren Spendenbetrag ein: Der «Härzbluet»-Vorstand mit (v.l.) Guido Feller, Kassier, Luki Frieden, Präsident, Silvan Egger, Sekretär, Barbara Kernen, Beisitzerin, Ruedi Balmer, Vizepräsident, Lukas Klingler, Beisitzer.

Sie zahlten als Erste ihren Spendenbetrag ein: Der «Härzbluet»-Vorstand mit (v.l.) Guido Feller, Kassier, Luki Frieden, Präsident, Silvan Egger, Sekretär, Barbara Kernen, Beisitzerin, Ruedi Balmer, Vizepräsident, Lukas Klingler, Beisitzer.

(Bild: zvg)

10'000 Franken. Einen Betrag in dieser Grössenordnung an den FC Thun überweisen zu können – das erhoffte sich der Thuner Regisseur Luki Frieden, als er mit Gleichgesinnten vor einem Jahr die Aktion «Härzbluet für üse FC Thun» startete. Der Rest ist längst Teil der FC-Thun-Historie: Die «Bieridee» entwickelte eine erstaunliche Eigendynamik, im Mai 2015 flossen 250'000 Spendenfranken an den finanziell permanent am Limit operierenden Super-League-Klub (siehe Kasten «Zahlen und Fakten»). Danach blieb es ruhig rund um den Unterstützungsverein.

«Wir haben ganz bewusst eine Sommerpause gemacht», betont Vorstandsmitglied Silvan Egger. Zuletzt tauchte im Umfeld des FC prompt die Frage auf, ob denn «Härzbluet» nichts mehr mache.

Weit gefehlt: Vor dem sonntäglichen Heimspiel gegen Lugano steigt der Vorstand, dem neu Steinbock-Wirtin Barbara Kernen und Lukas Klingler, Leiter Kundendienst Visana Thun, angehören, mit Elan ins zweite Spendenjahr. «Wir haben eine Verpflichtung gegenüber allen, die Geld gaben», sagt «Härzbluet»-Präsident Luki Frieden.

Adressen und App

Der Verein wird künftig wieder vor Ort in der Stockhorn-Arena präsent sein. Und: «Von rund 1700 der gut 2300 Spenderinnen und Spender haben wir Mail- oder Postadressen. Sie alle schreiben wir an», sagt Frieden.

Ziel sei es, künftig möglichst von allen Mitgliedern Adressen zu sammeln, um die Nachhaltigkeit der Aktion zu sichern. Denn: «Härzbluet» soll kein einmaliger Coup bleiben, sondern als langfristige Unterstützung etabliert werden. Neu können die Vereinsmitglieder auf der Website ein Bild von sich hochladen – so soll die Aktion persönlicher werden.

Grosse Hoffnungen setzt der Verein zudem in die «Härzbluet»-App. Diese war im Frühjahr angekündigt worden, die Lancierung verzögerte sich jedoch (siehe Kasten «‹Härzbluet›-App»). «Wir erhoffen uns, dass die App eine zusätzliche Dynamik auslöst», sagt Egger.

Ein Drittel des Vorjahres?

Was im ersten Spendenjahr abging, umschreibt Unternehmer Egger mit einem Wort: «Gigantisch!» Der Vereinsvorstand sei aus dem Staunen nicht herausgekommen. «Wir haben für unseren grossen Aufwand sehr viel zurückerhalten», sagt Egger. Er ist sich allerdings bewusst, dass die zweite Spendensaison schwieriger werden dürfte.

Zuletzt sind finanzielle Negativschlagzeilen um den FC in den Hintergrund gerückt – «die Herausforderungen sind aber exakt dieselben geblieben», betont Luki Frieden. Der «Härzbluet»-Verein setzt die Ziele jedenfalls im Vergleich mit dem ersten Jahr bescheiden an. Frieden: «Wenn wir ein Drittel des letztjährigen Ergebnisses erreichen, ist das sehr gut.» Heimlich träume er aber davon, dass «noch ganz viele Leute dem Verein beitreten».

Die sechs Vorstandsmitglieder, die ehrenamtlich und mit kleinen Spesenentschädigungen für Sitzungen arbeiten, haben als Erste wieder je 100 Franken einbezahlt.

Becheraktion brachte 1100 Fr.

Rund 20'000 Franken hat der Verein zurückgestellt – für die Website, Drucksachen und als Reserve. 15'000 Franken bleiben als Grundstock aus dem ersten Spendenjahr. Einen ersten Zuschuss ergab die Ende September lancierte Becheraktion: Rund 550 Trinkbecher mit je 2 Franken Depot wurden dem Verein allein im Derby gegen YB übergeben. Die Aktion läuft bei allen kommenden Heimspielen weiter. Für Frühling 2016 ist dann die zweite Überweisung an den FC geplant.

Der Elan und der Glaube, dass die «Härzbluet»-Aktion auch im zweiten Jahr zum Erfolg wird, sind vorhanden: «Wir setzen auf die Spender und darauf, dass sie sagen: ‹Da bin ich gerne wieder dabei›», führt Luki Frieden aus. Dafür brauche es kein aufwendiges und teures Marketing: «Wir wollen authentisch und als Fans hinstehen.»

Berner Zeitung

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