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Mitfahrbänkli sind lanciert

Die ersten drei von dereinst zwölf Mitfahrbänkli in Boltigen wurden feierlich eingeweiht.

Kerem S. Maurer
Die Initiantinnen der Mitfahrbänkli, Margrit Wampfler (l.) und Anna Grubenmann, enthüllen das Mitfahrbänkli in Weissenbach.
Die Initiantinnen der Mitfahrbänkli, Margrit Wampfler (l.) und Anna Grubenmann, enthüllen das Mitfahrbänkli in Weissenbach.
Kerem S. Maurer

Die Idee der Mitfahrbänkli ist nicht neu, aber simpel: Wer eine Mitfahrgelegenheit wünscht, setzt sich auf ein extra dafür aufgestelltes und gekennzeichnetes Bänkli und signalisiert so sein Begehren. Vorbeifahrende Autofahrer können anhalten und die Person mitnehmen. Gerade in ländlichen Gegenden, wo der öffentliche Verkehr restriktiv zusammengestrichen werde, gebe es immer mehr Menschen, die alters- oder gesundheitshalber auf ein eigenes Auto verzichteten, weiss Vereinspräsidentin Marianne Herbst-Stauffer aus Oberwil und bezeichnet das Projekt Mitfahrbänkli als «gelebte Nächstenliebe und Nachbarschaftshilfe». Im gleichen Atemzug betont sie, dass diese Mitfahrbänkli keine Konkurrenz zu bestehenden Buslinien bildeten, sondern vielmehr eine Ergänzung seien.

Soziales Engagement

Boltigens Gemeindepräsident Albert Wampfler dankte dem Verein XSiSa für seine «ehrliche Arbeit für die Gesellschaft». Anfänglich sei der Verein in der Kritik gestanden, weil man dessen Anliegen nicht so genau kannte, so Wampfler. Inzwischen hätte sich gezeigt, dass dem Verein das «einander Helfen und das soziale Miteinander» wichtig sei. Dies betrachte er als Bereicherung für die Gemeinde. Gerade diese Mitfahrbänkli seien eine schöne Geste. Wampfler erinnerte daran, dass es in anderen Gemeinden wie etwa in Zweisimmen bereits solche Bänkli gebe und die Reaktionen darauf durchwegs positiv seien.

Ruedi Teuscher von der Teuscher Holzbau AG Boltigen, der als Sponsor das Mitfahrbänkli in Weissenbach ermöglichte, habe im Schweizer Fernsehen erstmals von dieser Idee gehört, erzählte er. Als kurz darauf der Verein mit einer Sponsorenanfrage an ihn herangetreten sei, habe er nicht lange überlegen müssen. «Das ist eine gute Sache, da helfe ich gerne mit», so Teuscher. Ein über siebzigjähriger Anwohner, welcher der Einweihung beiwohnte, begrüsste dieses Projekt. «Ich werde mich bestimmt auf dieses Bänkli setzen und froh sein, wenn mich jemand mitnimmt!» Die anderen beiden Mitfahrbänkli stehen in Eschi und Schwarzenmatt/Gorpeli.

Fördert das Kennenlernen

Auf dem Gemeindegebiet von Boltigen sind laut Marianne Herbst-Stauffer noch weitere neun Mitfahrbänkli geplant. Sie fügt hinzu, dass weitere Sponsoren immer willkommen seien. Auch weitere Gemeinden im Simmental und Saanenland sollen sich diesem Projekt anschliessen, ermunterte sie die Anwesenden. Denn: Gerade in ländlichen Gegenden sei man auf Nachbarschaftshilfe angewiesen. Ausserdem lerne man sich durch gemeinsame Autofahrten besser kennen und komme öfter miteinander ins Gespräch.

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