Montagsmaler mögen Menschen

Regelmässig treffen sich in Thun Menschen, die eine Leidenschaft teilen – das Malen mit festem Blick aufs Model. Ende der 60er-Jahre organisierte der Thuner Maler Willi Grüness die künstlerischen Treffen.

Paul Biney mit Werken der Montagsmaler. Die Vereinigung stellt bis zum 14. Oktober im Dorfhus Spiez aus.

Paul Biney mit Werken der Montagsmaler. Die Vereinigung stellt bis zum 14. Oktober im Dorfhus Spiez aus. Bild: Christina Burghagen

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Wer den Namen Montagsmaler liest, denkt an Frank Elstner oder Sigi Harreis in gleichnamiger Fernsehratesendung und den Spruch «Hund, Katze, Maus». Bei den Thuner Montagsmalern geht die Kunst weit über Strichzeichnungen hinaus. Für jede Zusammenkunft wird ein Model engagiert, das durchaus auch mal für Aktmalerei zur Verfügung steht.

Im Fokus steht der Mensch in allerlei Posen und Gemütszuständen, mit oder ohne Requisiten, gemalt in Ölpastell, Aquarell, Farbstift, Tusche oder Bleistift. Seit 2008 haben die derzeit rund 15 Künstlerinnen und Künstler eine Heimat im Thuner Gemeindehaus der Markuskirche an der Schulstrasse gefunden, wo sie montags von 19 bis 20.30 Uhr konzentriert arbeiten, sich über die Schultern schauen und sich gegenseitig den einen oder anderen Tipp geben. Die Zeichengemeinschaft kommt ganz ohne Lehrer aus.

Ohne Lehrer

«Seit Jahrzehnten läuft alles bestens ohne Verein, Statuten, feste Regeln oder Verwaltungskosten», erzählt Paul Biney, der den Kunstbegabten schon oft Model sass und als Einrahm- und Aufziehspezialist die Ausstellung im Dorfhus Spiez organisiert hat wie auch die erste Ausstellung der Gruppe im Jahr 2012 bei seiner ehemaligen Einzelfirma Vario am Thuner Rathausplatz.

Insgesamt 58 Gemälde in Kleinformat zieren die Wände im Café Kafisatz im Spiezer Dorfhus an der Spiezbergstrasse 3. Freizügige Aktgemälde beiderlei Geschlechts, berührende Porträts oder Szenen wie ein Panflöte spielendes Männerduo oder ein liegender Örgelispieler – unter den zahlreichen Menschenstudien der Gruppe gibt es viel zu entdecken. «Die Rahmen sind ganz unterschiedlich», erklärt der Fachmann, der sich vielleicht eher eine gleichförmige Art der Präsentation gewünscht hätte. «Doch auch das Drumherum eines Bildes unterstreicht ja die Individualität des Künstlers», räumt Paul Biney ein.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 14. Oktober. Öffnungszeiten Dorfhus: Mittwoch, 9 bis 11.30 Uhr, Freitag 9 bis 14 Uhr, Samstag 9.30 bis 12 Uhr. Neue Mitglieder willkommen. Kontakt: Valerie Büttiker bue.farben@gmx.ch, 079 360 91 78. Ausstellende Künstlerinnen und Künstler: Jürg Hofer, Valerie Büttiker, Ursula Taugwalder, Francine Guibentif, Hansruedi Fehr, Ruedi Wenger, Matthias Honegger, Kurt Siegenthaler, Heinz Brechbühl. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 03.10.2017, 09:18 Uhr

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