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Neue Schule stösst auf reges Interesse

«Lernen im eigenen Tempo, Lernen aus Neugierde, weil ich will, nicht weil ich muss.» Auf Beginn des Schuljahres 2017/2018 öffnet die «Erlebnisschule» ihre Tore.

«Kinder sind keine Fässer, die gefüllt, sondern Feuer, die entzündet werden wollen.» Mit diesem Zitat von François Rabelais begrüsste Anna Katharina Baumgartner, Gründerin und Leiterin der neuen Privatschule in Frutigen, ihre zahlreichen Gäste im örtlichen Kirchgemeindehaus.

Bevor es jedoch um die neue Schule ging, übernahm Mireille Guggenbühler, Mutter, Journalistin, Redaktorin und Radiofrau bei Radio SRF 1 mit dem Ressort Bildung, das Wort. «Welche Schule brauchen wir?» lautet der Titel ihres Buches, aus welchem sie zitierte und welches in neutraler Weise mittels Interviews mit verschiedenen Lehrpersonen und Wissenschaftlern verdeutlicht, was ein Kind zum Lernen wirklich braucht.

Der Barde Märlin alias Silvio Beltrametti doppelte mit seinem sinnigen «Wandtafele­blues» und einem Ausflug in die Märchenwelt musikalisch nach.

Ergänzung zur Volksschule

Warum eine Privatschule? «Unsere Schule soll eine Ergänzung und Bereicherung zur Volksschule darstellen. Sie ist nicht besser, einfach anders», betonte die zweifache Mutter, Lehrerin und Erlebnispädagogin Anna Katharina Baumgartner. Mit viel Herzblut ist sie seit zwanzig Jahren pädagogisch tätig.

Ihre letzte Anstellung im Vollpensum «auf einem kleinen Hügel im Seeland» schenkte ihr die wertvolle Erfahrung, was mit einem funktionierenden Team und dem Vertrauen der Schulleitung, des Schulinspektorats und der Eltern möglich ist: Als die Schliessung drohte, wurde im Eiltempo eine der ersten Tagesschulen des Kantons Bern auf die Beine gestellt.

Die Gründung ihrer Familie brachte die gebürtige Frutigerin wieder zurück in ihr Heimattal. Mit im Gepäck: Ihr Traum von einer Schule, die sich ausschliesslich am individuellen Bauplan eines Kindes orientiert.

Nun steht der Traum kurz vor seiner Erfüllung: Am 14. August wird eine Basisstufe mit 10 bis 15 Kindern eröffnet, die längerfristig bis zum 9. Schuljahr hinaufwachsen soll. Bereits sind 7 Plätze für das übernächste Schuljahr reserviert. Die «Erlebnisschule» ist in einem geräumigen Haus mit grossem Umschwung am Sagigässli 2 oberhalb des Bahnhofs Frutigen untergebracht.

Baumgartner und ihre beiden Lehrkräfte Martina Klossner Wandfluh und Mirjam Mathys Luginbühl verstehen sich als Lern­begleiterinnen, die sich dem vorgegebenen Lehrplan verpflichten, den Kindern jedoch eine Lernumgebung zur Verfügung stellen, in welcher sie sich spielerisch und in ihrem eigenen Tempo ihrem Wissensdurst hingeben dürfen.

Die Schule kommt ohne Noten, ohne Belohnungs- und Bestrafungssystem aus. Denn: «Förderorientierte Beurteilung» heisst die Zauberformel, die den Kindern gerecht werden soll.

Ein kleiner Wermutstropfen: Die Schule ist selbsttragend, das Schulgeld hoch und für viele ­Familien kaum erschwinglich. Baumgartner gab abschliessend ihrer Hoffnung Ausdruck, dass gerade deshalb ihr Schulmodell dereinst den Weg unter das Dach der Volksschule findet.

Infos:www.erlebnis.schule

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