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Niedersimmental: Raiffeisenbank schliesst drei Filialen

Die Standorte Oey, Wimmis und Därstetten bleiben. In Erlenbach, Reutigen und Oberwil werden die Türen der Raiffeisenbank per Ende März geschlossen.

Die Raiffeisenbank in Oey bleibt. Drei weitere schliessen. Die betroffenen Gemeindepräsidenten reagieren unterschiedlich. Foto: Kerem S. Maurer
Die Raiffeisenbank in Oey bleibt. Drei weitere schliessen. Die betroffenen Gemeindepräsidenten reagieren unterschiedlich. Foto: Kerem S. Maurer

Sechs Filialen betreibt die Raiffeisenbank Niedersimmental. Bis Ende März. Dann wird der Bestand halbiert. Aufgrund der sich verändernden Kundenbedürfnisse habe man die Geschäftsstellen-Strategie überarbeitet, steht in einer aktuellen Medienmitteilung. Die Raiffeisenbank werde sich per 1. April auf die Standorte Oey, Wimmis und Därstetten konzentrieren. In Reutigen, Erlenbach und Oberwil werden die Türen geschlossen.

«Unsere Kunden sind mobiler als früher; sie erledigen ihre Bankgeschäfte vermehrt online», erklärt Verwaltungsratspräsident Michael Bieri auf Anfrage. «Darum benötigen wir keine sechs Filialen mehr auf diesem engen Raum.» Oey als Hauptsitz sei unbestritten gewesen, wogegen das geografisch nahegelegene Erlenbach in den Überlegungen des Verwaltungsrates den Kürzeren gezogen habe.

Die Entscheidung zu Gunsten von Wimmis und gegen Reutigen fiel aufgrund der Grösse der Ortschaft sowie der höheren Frequentierung. «Und Därstetten haben wir nicht zuletzt aufgrund der Pendlerströme gegenüber Oberwil vorgezogen.»

«Abschied auf Raten»

Die Gemeindebehörden von Reutigen, Erlenbach und Oberwil wurden am Donnerstagabend über die Streichung der Schalterstandorte in ihren Dörfern informiert. Simon Künzi, Gemeinderatspräsident von Erlenbach, kann den Entscheid nachvollziehen. «Bereits vor drei Jahren wurden die Schalteröffnungszeiten verkürzt. Rückblickend gesehen war es also ein Abschied auf Raten.» Im Gegensatz zu Reutigen und Oberwil bleibt den Erlenbachern immerhin noch ein Bankomat. «Für uns ist dies sehr wichtig», so Künzi.

Wenig überrascht von der Neuigkeit zeigt sich auch der Reutiger Gemeindepräsident Beat Wenger. «Als wir zu dieser Sitzung eingeladen wurden, ahnte ich bereits, worum es geht.» Die genauen Frequenzzahlen kenne er nicht. «Aber es ist offensichtlich, dass die Besuche der Bevölkerung am Schalter immer weniger werden.»

Erstaunen in Oberwil

«Zähneknirschend» habe er die Meldung zur Kenntnis genommen, sagt Michael Blatti, Gemeindepräsident von Oberwil. «Wieder etwas, das unser Dorf verliert», sagt er. Der Standort mitten im Dorf sei für die Bevölkerung ideal gewesen. «Ich war auch erstaunt, weil man uns noch Ende 2016 erklärt hat, dass die Filiale in Oberwil als oberster Standort im Niedersimmental nicht in Gefahr sei.»

Blatti hofft, dass zumindest in Därstetten die Schalteröffnungszeiten angepasst werden. «In Oberwil hat die Raiffeisenbank jeden Samstag Vormittag geöffnet. Dieses Zeitfenster finde ich für unsere Leute wichtig.»

Die Reduktion der Schalterstandorte habe keine Entlassungen zur Folge, schreibt die Raiffeisenbank. Eine Änderung im rund 20-köpfigen Personalbestand gibt es aufgrund der Umstrukturierung dennoch: Die Geschäftsstellenleiterin der Standorte Oberwil und Därstetten hat ihre Kündigung eingereicht. VR-Präsident Michael Bieri bestätigt entsprechende Informationen dieser Zeitung.

«Aufgrund ihrer Position hat sie Zugriff auf die Verwaltungsratsprotokolle und erlangte somit bereits im Dezember Kenntnis über diesen Entscheid.» Diesen könne sie nicht mittragen. «Die Trennung erfolgt im Einvernehmen», so Bieri. Ob die Stelle ersetzt wird, ist noch nicht klar.

Die betroffenen Liegenschaften in Erlenbach und Oberwil bleiben übrigens im Eigentum der Bank. «In Reutigen hingegen sind wir ’nur’ Stockwerkeigentümer», so Bieri. Diesen Besitz werde man wohl veräussern.

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