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Noch würde ein Wasserkraftwerk nicht rentieren

Die BKW könnte am Turbachbach ein Kraftwerk bauen. Doch sie zögert und will die Entwicklung des «regulatorischen Umfelds» abwarten.

Die Wasserfassung für das Wasserkraftwerk Turbach soll rund 30 Meter unterhalb der Schwelle bei der Fangbrücke gebaut werden. Foto: Kerem S. Maurer
Die Wasserfassung für das Wasserkraftwerk Turbach soll rund 30 Meter unterhalb der Schwelle bei der Fangbrücke gebaut werden. Foto: Kerem S. Maurer

Laut einer Bekanntgabe des WWF betrifft der Nutzungsverzicht im Kanton Bern das Gasterntal mit der Schluchtstrecke Kander-Klus, den gesamten Oberlauf des Kientals sowie im Saanenland den Meielsgrundbach und Chalberhöhni. Auch der Rychenbach soll unberührt bleiben. Zurückgezogen wurde laut dem Umweltverband das stark umstrittene Projekt «Schattenhalb 4».

Dagegen sollen die Kleinwasserkraftvorhaben Sousbach und Hondrich unter Mithilfe einer Begleitgruppe ökologisch optimiert und schneller umgesetzt werden. Gleiches sei auch für ein mögliches Projekt am Turbach im Saanenland geplant. Ausgeklammert von dieser Vereinbarung sind der Iffigbach und der Unterlauf des Kientals, weil da die Interessen «zu weit auseinanderliegen».

Was geht am Turbach?

Wie die BKW auf Anfrage bekannt gibt, hat das Konsortium 2018/19 das Konzessionsprojekt für das Wasserkraftwerk Turbach «technisch, wirtschaftlich und ökologisch optimiert». Unter anderem wurde dabei die Ausbauwassermenge erhöht, was zu einer Steigerung der Leistung von 3,3 auf 7,1 Gigawattstunden führte, womit der Bedarf von neu 1400 Haushalten – anstelle der früheren 940 – abgedeckt würde. Auf die entsprechende Publikation im «Amtlichen Anzeiger» vom 26. November 2019 sind bis Ende Jahr keine Einsprachen eingegangen. Folglich darf im kommenden Herbstquartal mit dem Eintreffen der rechtskräftigen Konzession gerechnet werden. Dennoch ist nicht sicher, ob das Kraftwerk gebaut wird.

Nicht wirtschaftlich

«Im heutigen Umfeld ist die Wirtschaftlichkeit des Wasserkraftwerks im Turbach nicht gegeben», betont BKW-Mediensprecherin Sabrina Schellenberg. Deshalb werde man auch nach einem etwaigen Erhalt der Konzession am Turbach noch mit der Ausarbeitung des Baugesuchs abwarten.

Sie weist darauf hin, dass zum rentablen Betrieb neuer Wasserkraftanlagen in dieser Grössenordnung Unterstützungsbeiträge von der öffentlichen Hand unerlässlich seien. Da sich aber das regulatorische Umfeld in den nächsten Jahren ändern könnte, wäre eine Neubeurteilung der Wirtschaftlichkeit möglich. Die Zeitspanne ist offen.

Im September entschied der Bundesrat im Bezug auf die Revision des Stromversorgungsgesetzes, an der Öffnung des Strommarktes festzuhalten und als Begleitmassnahme die Investitionsanreize in die einheimischen erneuerbaren Energien zu verbessern. So sollen neue Kleinwasseranlagen bis 2035 Investitionsbeiträge beantragen und damit einen Teil der Planungskosten decken.

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