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Onlinespiel im Zeichen der Jungfrau

Die Casino Interlaken AG reicht am 4. Juni das Konzessionsgesuch für einen Onlinespielbetrieb ein.

Das Casino erwägt den Auszug aus dem Kursaal. Doch vorerst steht die Einführung des Onlinebetriebs im Vordergrund. Foto: Samuel Günter
Das Casino erwägt den Auszug aus dem Kursaal. Doch vorerst steht die Einführung des Onlinebetriebs im Vordergrund. Foto: Samuel Günter

Ein wichtiger Schritt ist gemacht, die Casino Interlaken AG (CI), eine 100-Prozent-Tochter der Congress Centre Kursaal Interlaken AG, hat die nötigen Partner gefunden, um ein Gesuch für die Erweiterung ihrer Konzession für den Onlinebetrieb bei der Eidgenössischen Spielbankenkommission einreichen zu können. Das soll am 4. Juni passieren.

Oliver Grimm, CEO der CI, informierte an der Generalversammlung darüber, dass es gelungen ist, mit der Ace Casino Holding und der Greentube Internet Entertainment Solutions GmbH Partner zu finden, die das nötige Know-how haben. Im Hintergrund bei beiden Firmen ist der österreichische Selfmade-Milliardär Johann Graf, der ein weltweites Glücksspielimperium aufgebaut hat. Die Beteiligung am Aktienkapital wird unter 20 Prozent betragen.

Wie die Interlakner Spielplattform heissen wird, ist noch offen. Grimm zeigte, wie der Teaser (Startseite) aussehen soll: Eiger, Mönch und Jungfrau im Hintergrund, dazu drei heldenartige Gestalten. «Die Einführung der Marke wird am Anfang fünf bis sechs Millionen Franken kosten», sagte Grimm. Für den realen Spielbetrieb, den er attraktiv halten will, tönte er an, dass ein Auszug aus den Räumen des Kursaals Interlaken eine Option sein könnte.

Viel Positives

Verwaltungsratspräsident Claude Thomann konnte den 131 anwesenden Aktionären – sie vertraten 56,2 Prozent des Aktienkapitals – durchwegs positive Zahlen präsentieren: Der Nettoerlös aus Kongress/Bankett/Restauration betrug 6,36 Millionen Franken, der aus dem Spielbetrieb 6,5 Millionen Franken.

Dies sei die Folge einer konsequenten Strategie. Neu wird die AG auch einen eigenen Event organisieren: den ersten Swiss Outdoor and Adventure Summit im März 2020. Das Ergebnis in der konsolidierten Erfolgsrechnung belief sich auf 0,591 Millionen Franken. Die Congress Centre Kursaal Interlaken AG hat ein Eigenkapital von 31,13 Millionen Franken, vorgetragen auf die neue Rechnung wurden 7,55 Millionen Franken.

Dies veranlasste Aktionär Walter Grob, einen Antrag auf Dividendenzahlung zu stellen. Die Aktionäre lehnten dies mit gut 54 Prozent Nein-Stimmen ab, immerhin gut 25 Prozent hätten gern eine Dividende.

Hotel und Gebühren

Bedauert wurde aus der Gruppe der Aktionäre aus Deutschland, dass das Projekt eines Hotels auf dem Kursaal-Gelände nicht weiterverfolgt wird, insbesondere auch, weil Alexander Hänsel, seit September 2018 der Managing Director der Congress Centre Kursaal AG, auf fehlende Hotelbetten bei grossen Kongressen hinwies.

2019, kündigte Hänsel an, wird ähnlich gut wie 2018 verlaufen und nicht wie vorangehende «ungerade» Jahre ein Einnahmentief bringen. Hinterfragt wurde, wiederum von den Aktionären aus Deutschland, ein ausserordentlicher Aufwand von 400'000 Franken, den die Congress Centre Kursaal Interlaken AG nach einem aussergerichtlichen Vergleich über Parkplatzgebühren nachzuzahlen hatte.

Felix Hofstetter, Bankleiter EKI, wies unter «Verschiedenes» darauf hin, dass es den einheimischen Aktionären vor allem darum geht, den historischen Kursaal erfolgreich zu erhalten. 160 Jahre ist er jetzt alt, und Alexander Hänsel freute sich, auf den 5. Juli die Bevölkerung zu einem Fest einzuladen.

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