Beatenberg

Platz für 50 junge Asylsuchende im Schulhaus Schmocken

BeatenbergDas leer stehende Schmocken-Schulhaus steht ab September rund 50 jungen Asylsuchenden zur Verfügung.

Im Schulhaus Schmocken ziehen voraussichtlich im September 50 unbegleitete minderjährige Asylsuchende ein.

Im Schulhaus Schmocken ziehen voraussichtlich im September 50 unbegleitete minderjährige Asylsuchende ein. Bild: Peter Wenger

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Anfang Jahr liess die Gemeinde Beatenberg verlauten, im leer stehenden Schmocken-Schulhaus eine Flüchtlingsfamilie einzuquartieren. Nun kommt nicht eine Familie, es kommen 50 unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA). Dies teilten Kanton und Gemeinde gestern mit.

Gemeindepräsident Christian Grossniklaus erklärt die Zusammenhänge: «Die Anfrage für die Aufnahme einer Flüchtlingsfamilie gelangte von der Caritas zu uns.» Man signalisierte Bereitschaft, hörte dann aber längere Zeit nichts mehr.

«Auf Nachfrage hiess es plötzlich, Beatenberg sei für eine Familie ungeeignet, weil wir keine Läden wie Coop oder Migros im Dorf haben.» Dies, sagt Grossniklaus, hätte ihn schon etwas befremdet. «Wir teilten dies dem Regierungsstatthalter Martin Künzi mit.»

Auf dessen Initiative hin wurde man beim Migrationsdienst des Kantons Bern vorstellig. «Dessen Mitarbeiter waren begeistert vom Schulhaus und dessen Areal und befanden, es sei für UMA ­bestens geeignet.»

Die Asylsuchenden werden von der Berner Zentrum Bäregg GmbH betreut und ziehen voraussichtlich im September in Beatenberg ein, sobald die nötigen Umbauarbeiten abgeschlossen sind. Der derzeit im Schulhaus untergebrachte Privatmieter zieht nun in eine Wohnung im Haus der Gemeindeverwaltung.

Vertrag läuft drei Jahre

«Wir sehen dies als Zwischen­lösung», sagt Grossniklaus. Die Zone mit Planungspflicht des Schulhauses besage klar, dass das Areal künftig für Alterswohnungen genutzt werden soll. «Nun haben wir genügend Zeit, diese Wohnungen zu planen.»

In der Zwischenzeit werfe das Miet­verhältnis mit dem Kanton für die Gemeinde auch finanziell etwas ab, nämlich annähernd 100'000 Franken. Der Vertrag mit dem Migrationsdienst läuft drei Jahre.

Für Grossniklaus ist diese Lösung ideal: «Die Unterkunft ist nicht gerade im Dorfzentrum, aber in unmittelbarer Nähe einer Bushaltestelle. Auch die Niederhornbahnen sind nicht weit, wenn sie etwa mal eine Bergexkursion machen wollen.» Für die Bevölkerung findet am 12. August um 20 Uhr im Kongresssaal Bea­tenberg eine öffentliche Informationsveranstaltung statt.

(Berner Oberländer)

Erstellt: 11.07.2016, 14:49 Uhr

Informationsveranstaltung

Für Interessierte wird eine Orientierungsveranstaltung, moderiert durch Regierungsstatthalter Martin Künzi und in Anwesenheit von Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde Beatenberg, der Zentrum Bäregg GmbH sowie des Migrationsdienstes des Kantons Bern durchgeführt.
Dazu sind auch die Medien eingeladen.

Der Anlass findet statt am Freitag, 12. August 2016, 20 Uhr, im Kongress-Saal Beatenberg. (pd)

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